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Oenothera macrocarpa Nutt.
    synonym: Oenothera missouriensis Sims
Großfrüchtige Nachtkerze, Onagraceae - Nachtkerzengewächse
Spätsommerblüher, VII–X, 15–30 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Im englischen Sprachraum wird Oenothera macrocarpa als Abend-Schlüsselblume, "Evening Primrose", bezeichnet obwohl sie natürlich nichts mit den Primelgewächsen, Primulaceae, zu tun hat, sondern zu den Nachtkerzengewächsen, Onagraceae, gehört. Grund für diese Benennung sind die großen, blassgelben Blüten, deren Farbe an die "Primrose", Primula vulgaris Huds., erinnert. Die Großfrüchtige Nachtkerze stammt aus Nordamerika, den zentralen und südlichen Staaten (Arkansas, Illinois, Missouri, Texas, etc.). Bevorzugt ist sie auf Kalkstein anzutreffen, in felsigen Prairien, entlang von Verkehrswegen und ist in vielen anderen US-Staaten eingebürgert. Siehe auch Oenothera L.

Abb. 1 Leuchtend gelbe Blüte der Oenothera macrocarpa im Spätsommer, 01.10.2013, Privatgarten Abb. 2 Bis in den Herbst hinein erscheinen die leuchtenden Blüten der Oenothera macrocarpa, 01.10.2013, Privatgarten

Abb. 3 Die langen Blütenstiele und rötlichen Zweige der Oenothera macrocarpa, 25.09.2013, Privatgarten Abb. 4 Blüte und Laubblätter der Oenothera macrocarpa im Botanischen Garten Wien, 26.09.2009


Die Blüten der Großfrüchtigen Nachtkerze sind sehr groß, bis 13 cm im Durchmesser, stehen einzeln an bis zu 12 cm langen Stielen, haben vier hell gelb leuchtende Blütenblätter, einen dezenten Geruch und öffnen sich meist nur für einen Tag. Die Hüllblätter sind grün, mit roten Punkten. Groß und mit vier Flügeln versehen sind die bis zu 8 cm langen Fruchtkapseln. Für eine effektive Windausbreitung der Früchte ist die Ausstattung mit vier Flügeln perfekt geeignet. Die Blätter sind dunkelgrün, länglich lanzettförmig und liegen meist dem Boden, während die Blüten oft aufsteigen.

Oenothera macrocarpa ist kaum mit anderen Pflanzen zu verwechseln. Der Gattungsname Oenothera L. wurde von Linné etabliert und wahrscheinlich aus antiken Quellen (Plinius dem Älteren) übernommen. Das Benennungsmotiv ist jedoch nicht eindeutig. Möglich erscheint eine ähnliche Wurzel wie bei Onagra, nach gr. "ono-theras" (= Eselsjagd) oder gr. "oinotheras" = ein Strauch dessen Wurzel nach Wein duftet. Das Epitheton macrocarpa ist weiblich und abgeleitet von gr. "makros" (= groß) und gr. "karpos" (= Frucht), zu großfrüchtig.


Abb. 5 Unreife, 4-flügelige Frucht der Oenothera macrocarpa, 25.09.2013, Privatgarten Abb. 6 Blüte der Oenothera macrocarpa mit dem vierlappigen Stempel der Nachtkerzen, Botanischer Garten Wien, 26.09.2009

Abb. 7 Rötlich gepunktetes Hüllblatt der Oenothera macrocarpa, 25.09.2013, Privatgarten Abb. 8 Fast reife, angeschwollene Frucht der Oenothera macrocarpa, Gruga Park Essen, 13.09.2014

Abb. 9 Prächtiger, bodendeckender Bestand der Oenothera macrocarpa, Gruga Park Essen, 13.09.2014 Abb. 10 Dekoratives, rötlich gepunktetes Hüllblatt der Oenothera macrocarpa, Gruga Park Essen, 13.09.2014



Sowohl im Exotenbeet als auch Steingarten ist Oenothera macrocarpa eine sehr dekorative Ergänzung. Man kann sie als Bodendecker oder Begleitexot größerer Pflanzen setzen. Der Standort sollte sonnig sein und kann alkalisch als auch leicht sauer sein. Gießen ist bei etableriten Pflanzen zumeist nicht notwendig. An älteren Exemplaren blühen fast den ganzen Sommer über immer wieder Blüten, meist bis in den Herbst oder zum ersten Frost. Oenothera macrocarpa dürfte ausreichend hart in ganz Mitteleuropa sein, amerikanische Gärtner geben bis Z 4 an.

Literatur
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Oenothera macrocarpa. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/oenothera-macrocarpa.html am Tg.Mo.Jahr.

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