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Ophiopogon jaburan (Kunth) Lodd.
Orchideen-Schlangenbart, Asparagaceae - Spargelgewächse
Sommerblüher, VI–X, 30–60 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Ophiopogon jaburan ist eine immergrüne, grasähnliche Pflanze aus Japan mit buschartig in Rosetten stehenden, linearen Laubblättern, die an idealen Standorten bis 60 cm Länge erreichen können. Die Wurzeln bilden im Gegensatz zu vielen Arten der Gattung keine Knollen, sondern sind faserig verzweigt. Die Blütenstände erscheinen terminal, sind bis 60 cm lang und haben eine abgeflachte, grünlich bis weiße Blütenstandsachse, an dessen Ende die Blüten in einer dichten, bis 15 cm langen, machmal einseitswendigen Traube stehen. Die Pergione sind weiß, manchmal lila, röhrenförmig und meist sind immer nur einzelne Blüten "geöffnet". Später bilden sich lila-blaue, länglich-runde Früchte.

Der Gattungsname Ophiopogon Ker Gawl. leitet sich ab von gr. "ophis" (= Schlange) und gr. "pogon" (= Bart), gleichwohl ist das Benennungsmotiv nicht eindeutig. Möglich wäre eine Lehnübersetzung von jap. "ryu no hige" (= Drachenbart) in Bezug auf die Morphologie der Perigone oder eine Referenz auf die schlangenähnlichen, manchmal gewundenen Laubblätter. Das Art-Epitheton jaburan setzt sich wahrscheinlich zusammen aus jap. "ja-" (= Schlange), jap. "bo" (= böse) und jap. "ran" (= Orchidee), nach dem Vergleich des an Orchideen erinnernden Blütenstandes.


Abb. 1 Der Blütenstand des Ophiopogon jaburan trägt nur wenige, weiße Blüten, die manchmal einseitswendig sind. Privatgarten, 30.09.2015

In Mitteleuropa wird der Orchideen-Schlangenbart zumeist als Zimmerpflanze oder bei der Aquarien-Gestaltung eingesetzt. Dabei sind die Pflanzen durchaus sehr frosthart und zumindest in den wintermilden Regionen an geschütztem Standort gewiss ausreichend hart. Will man sicher gehen, kann man die Pflanzen im Herbst mit Mulch oder Reisig bedecken. Der zierliche, buschartige Habitus eignet sich hervorragend für schattige bis halbschattige Bereiche im Garten. Er harmonisiert gut mit japanischem Design, Bambus und Palmen. Ein zu dunkler Standort sollte vermieden werden, da die Pflanzen dann kaum blühen. Die zierlichen Blätter kommen auch gut mit Steindesign im Alpinum oder mediterranem Beet zur Geltung. Für bodendeckende Zwecke sollten die Pflanzen eng gesetzt werden, da sie nur langsam wachsen und wesentlich zurückhaltender Ausläufer bilden als manch andere Ophiopogon-Art. 

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Ophiopogon jaburan. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ophiopogon-jaburan.html am Tg.Mo.Jahr.

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