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Ophiopogon japonicus (L. f.) Ker Gawl.
Japanischer Schlangenbart, Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühlingblüher, IX–VII, 20–40 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Japanische Schlangenbart ist ein Exot aus dem fernasiatischen Raum (China, Korea und Japan), der in Wäldern, dichten Gebüschen, entlang von Bächen und feucht-schattigen Standorten der Mittelgebirge auf Höhen von 200–2.800 m wächst. Die Pflanzen sind immergrün, unterirdische Ausläufer bildend, mit linealen und bis 40 cm langen Laubblättern, die leicht gesägte Ränder haben. Die Wurzeln sind weiß, mit knollenartigen Verdickungen. Der Blütenstand ist eine kleine, 5–10 cm lange, unscheinbare, reduzierte Rispe mit weißen, 5-zähligen Blüten, deren Perigon gelegentlich blauviolett tingiert ist. Später bilden sich 0,5 cm im Durchmesser große, blaue Beeren.

In Asien hat der Japanische Schlangenbart in der traditionellen Medizin eine Bedeutung, wobei die Knollen der Wurzeln bei Yin-Mangel eingesetzt werden. Herz-, Lungen-, Magen- und Milzleiden sind weite Einsatzgebiete. Daher werden die Pflanzen auch sehr häufig in tradionellen Gärten oder Arzneipflanzungen angebaut.


Abb. 1 Schmal lineale, grasartige Blätter des Ophiopogon japonicus im Botanischen Garten Düsseldorf, 17.12.2014 Abb. 2 Blütenstand des Ophiopogon japonicus mit noch teilweise geschlossenen Blüten, Privatgarten, 11.08.2015

Abb. 3 Schmal lineale, panaschierte Blätter des Ophiopogon japonicus 'Variegatus', Privatgarten, 11.08.2015 Abb. 4 Einzelblüte des Ophiopogon japonicus mit 5-zähligem, weißemPerigon, Privatgarten, 11.08.2015

Abb. 5 Gute Einsatzgebiete des Ophiopogon japonicus sind im Steingarten oder japanischen Design. Botanischer Garten Düsseldorf, 17.12.2014 Abb. 6 Schönes Arrangement des Ophiopogon japonicus auf einer öffentlichen Fläche an der Ulica Branitelja Dubrovnika, Kroatien, 07.10.2015, 33 m, 42° 38' 45 N, 18° 05' 45 O

Abb. 7 Die leuchtend blauen Beeren des Ophiopogon japonicus an der Rispe erscheinen zum Herbst. Botanischer Garten Düsseldorf, 10.02.2016 Abb. 8 Eine sehr dekorativer Effekt sind die Beeren des Ophiopogon japonicus, auch wenn diuese relativ versteckt in den Laubblättern der Pflanzen liegen. Botanischer Garten Düsseldorf, 10.02.2016

Abb. 9 Die leuchtend blauen Beeren eines Ophiopogon japonicus 'Variegatus' in einem Privatgarten in Nettetal-Orlich, 18.02.2017 Abb. 10 Fein weiß gestreifte Laubblätter von Ophiopogon japonicus 'Variegatus' in einem Privatgarten, 17.05.2017

Abb. 11 Weiß gestreifte Laubblätter von Ophiopogon japonicus 'Variegatus' in einem Privatgarten, 17.05.2017


Der Gattungsname Ophiopogon Ker Gawl. leitet sich ab von gr. "ophis" (= Schlange) und gr. "pogon" (= Bart), gleichwohl ist das Benennungsmotiv nicht eindeutig. Möglich wäre eine Lehnübersetzung von jap. "ryu no hige" (= Drachenbart) in Bezug auf die Morphologie der Perigone oder eine Referenz auf die schlangenähnlichen, manchmal gewundenen Laubblätter. Das Epitheton japonicus bezieht sich auf die Herkunft der Art.

Der Japanische Schlangenbart ist in den wintermilden Regionen und an geschütztem Standort bis Z 7b gut winterhart und behält seine immergrüne Architektur meist auch in kälteren Wintern. Es sind klein bleibende Pflanzen, die hervorragend als Bodendecker eingesetzt werden können und einen satt grünen Teppich im Laufe der Jahre bilden. Japanisches Design mit Bambus oder Steingärten sind ideale Einsatzmöglichkeiten. Die Blüte ist unscheinbar. Gelegentlich findet sich Fruchtbildung. Durch Teilung der Pflanzen kann man den Japanischen Schlangenbart vermehren.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Ophiopogon japonicus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ophiopogon-japonicus.html am Tg.Mo.Jahr.

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