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Ophiopogon planiscapus Nakai
    synonym: Mondo planiscapus (Nakai) L. H. Bailey
Schwarzer Schlangenbart, Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühsommerblüher, V–VII, 30–50 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Ophiopogon planiscapus ist endemisch im südlichen und zentralen Japan. Es sind immergrüne, grasähnliche Pflanzen, die dichte Büschel aus Laubblättern bilden, die aus einem kriechenden, unterirdischen Rhizom entspringen. Die Laubblätter sind lineal, dunkelgrün, 30–50 cm lang und 4–6 mm breit. Die Blüten erscheinen an gedrungenen, bis 30 cm langen Rispen, die meist intrafoliar (zwischen den Laubblättern) liegen. Die Einzelblüten sind nickend, glockenförmig mit weißem oder blass purpurfarbigem Perigon. Später bilden sich kugelige, erst grüne, dann dunkelblaue, fleischige, 3–5 mm große Früchte.

Bekannt ist Ophiopogon planiscapus vor allem durch den dunkelvioletten bis schwarzen Kultivar 'Nigrescens'. Dieser zeichnet sich durch schmalere und kürzere, dunkelviolette Laubblätter aus. Die Blüten sind purpurfarben und die Früchte schwarz. Auch hübsch ist die weiß panaschierte Sorte 'Little Tabby', die sich durch einen weißen Rand an den Laubblättern auszeichnet.

Im englisch-sprachigen Raum werden einigen Arten der Gattung Ophiopogon Ker Gawl. als "Mondo-Grass" bezeichnet, weil diese Pflanzen früher unter Gattung Mondo Adans. firmierten, die heute komplett in Ophiopogon aufgegangen ist. Schwarzblättrige O. planiscapus werden daher als "Black Mondo-Grass" bezeichnet.

Der Gattungsname Ophiopogon leitet sich ab von gr. "ophis" (= Schlange) und gr. "pogon" (= Bart), gleichwohl ist das Benennungsmotiv nicht eindeutig. Möglich wäre eine Lehnübersetzung von jap. "ryu no hige" (= Drachenbart) in Bezug auf die Morphologie der Perigone oder eine Referenz auf die schlangenähnlichen, manchmal gewundenen Laubblätter. Das Art-Epitheton planiscapus lietet sich ab von lat. "planus" (= flach, eben) und lat. "scapus" (Schaft, Stiel, Stängel, Stamm) und bezieht sich auf gedrungenen Blütenstand, der in den Laubblättern "verschwindet",

Abb. 1 Pflanze des Ophiopogon planiscapus 'Little Tabby' mit randständig filigraner, weißer Panaschierung. 10–20 cm im 0,5L-Topf, Privatgarten, 24.09.2016 Abb. 2 Die Früchte von Ophiopogon planiscapus 'Nigrescens' sind ebenso schwarz-violett wie die dunklen Laubblätter, Privatgarten, 25.09.2016

Abb. 3 Pflanze des Ophiopogon planiscapus 'Nigrescens' im japanischen Staudenbeet im Frühherbst, Privatgarten, 25.09.2016

In Mitteleuropa ist der Schwarze Schlangenbart schon seit den 1980er Jahren in Kultur und ausreichend winterhart bis Z 6. Die Pflanzen bevorzugen einen humosen, eher leicht feuchten Boden in Schatten, Halbschatten oder Sonne. Aber auch trockenere oder sandige Böden werden toleriert. Eine Rhizomsperre ist in der Regel nicht zwingend, da die Pflanzen sich nur langsam ausbreiten und gut unter Kontrolle gehalten werden können.

Schwarzlaubige Sorten ('Nigescens') eignen sich ideal zur Kombination mit hellen Pflanzen wie niedrigem Bambus, anderen Ophiopogon-Arten und feingliedrigen Gräsern. Ansprechend ist zudem ein Platz vor hellen Natursteinen, wo Farbe und Architektur des Schlangenbartes zur Geltung kommen. Ein hübscher Kultivar mit filigraner Panaschierung ist 'Little Tabby'.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Ophiopogon planiscapus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ophiopogon-planiscapus.html am Tg.Mo.Jahr.

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