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Ophiopogon umbraticola Hance
Schatten-Schlangenbart, Asparagaceae - Spargelgewächse
Sommerblüher, VII–VIII, 15–30(–50) cm hoch, immergrün, mehrjährig

Ophiopogon umbraticola ist eine immergrüne, grasähnliche Pflanze aus Ostasien, China. Dort wächst sie in Wäldern, Gebüschen, zwischen Felsen oder entlang von Bächen, in feuchten und schattigen Tälern auf Höhen von 700–1.000 m. Die Pflanzen bilden kurze Rhizome mit sitzenden, grasähnlichen, buschartigen, bis 50 cm langen, schmal länglichen, oft gewundenen, kaum 2 mm breiten, meist 3-nervigen Blättern, deren Ränder fein gesägt sind. Der Blütenstand erscheint im Sommer, ist eine reduzierte Rispe, 8–16 cm hoch, trägt viele weiße, leicht bläuliche, kurz gestielte Blüten, die einzeln oder in Gruppen zu 2–3 stehen. Zum Herbst hin bilden sich auffallende, kobalt-bläuliche, rundliche Früchte.

Ursprünglich wurde der Schatten-Schlangenbart im Westen als Ophiopogon chingii F. T. Wang & T. Tang gehandelt und lange Jahre in Gärtnereien und Botanischen Gärten auch so geführt. Diese Art hat jedoch kaum gewundene Laubblätter und einen Blütenstand mit ähnlichen, aber deutlich weniger Einzelblüten. Erst in den 1990er Jahren sind diese Pflanzen als O. umbraticola identifiziert worden, so dass noch mancherorts diese Art nicht korrekt ausgezeichnet ist. Im englisch-sprachigen Raum wird O. umbraticola als "Mondo-Grass" bezeichnet, weil die Pflanzen früher mal als Mondo japonicum nom. rejic. firmierten.

Der Gattungsname Ophiopogon Ker Gawl. leitet sich ab von gr. "ophis" (= Schlange) und gr. "pogon" (= Bart), gleichwohl ist das Benennungsmotiv nicht eindeutig. Möglich wäre eine Lehnübersetzung von jap. "ryu no hige" (= Drachenbart) in Bezug auf die Morphologie der Perigone oder eine Referenz auf die schlangenähnlichen, manchmal gewundenen Laubblätter. Das Art-Epitheton umbraticola stammt von lat. "umbratus" (= beschattet) und lat. "-cola" (= -bewohnend) zu "umbraticolus" (= schattenbewohnend) und beschreibt den Standort der Pflanzen in der Natur.

Abb. 1 Ophiopogon umbraticola mit ihren gewundenen und "struwweligen" Laubblättern, Privatgarten, 22.07.2015 Abb. 2 Blüten des Ophiopogon chingii, die sehr ähnlich dem O. umbraticola sind. Der Blütenstand letzteren ist jedoch vielblütiger, Privatgarten, 20.07.2015

Abb. 3 Blütenstand des Ophiopogon umbraticola mit noch geschlossenen Einzelblüten, deutlich reichblütiger als der ähnliche Ophiopogon chingii, Privatgarten, 11.08.2015 Abb. 4 Blütenstand des Ophiopogon umbraticola mit geöffneten Blüten, Privatgarten, 02.09.2015

Abb. 5 Ophiopogon umbraticola harmonisiert gut mit anderen immergrünen Bodendeckern und Steindesign, Privatgarten, 22.07.2015 Abb. 6 Blütenstand des Ophiopogon umbraticola mit geöffneten Blüten, Privatgarten, 02.09.2015

In Mitteleuropa dürfte der Schatten-Schlangenbart ausreichend winterhart für Z 7b sein. Die ungewöhnlich feine Struktur der Blätter mit ihrem buschartigen Habitus eignet sich hervorragend für schattige Bereiche des japanischen Gartens und Farngärten. Auch mit Bambus und Palmen harmonisiert der Schatten-Schlangenbart ausgezeichnet. Die edlen, gewellten und zierlichen Blätter kommen am besten mit Steindesign zur Geltung. Für bodendeckende Zwecke sollten die Pflanzen eng gesetzt werden, da sie nur ausgesprochen langsam wachsen und keine Ausläufer bilden wie manch anderer Ophiopogon. 

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Ophiopogon umbraticola. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ophiopogon-umbraticola.html am Tg.Mo.Jahr.

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