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Osyris alba L.
Weißer Meldenstrauch, Weiße Meldenrute, Honigduftender Rutenstrauch, Santalaceae - Sandelholzgewächse
Sommerblüher, IV–VII, 40–150 cm hoch, (winter-)immergrün, mehrjährig

Die Weiße Meldenrute sammt aus dem Mittelmeergebiet bis nach Bulgarien und besiedelt trockene, felsige Standorte in der Garrigue und Macchie bis auf Höhen von 2.400 m über NN. Es sind meist immergrüne Sträucher, die bei langer Trockenheit die Blätter abwerfen, mithin auch wintergrün sind. Vom Habitus her sind die Pflanzen niedrig wachsend, ginsterähnlich mit rutenförmigen, grünen Zweigen. Die Laubblätter sind wechselständig, lineal-lanzettlich, ledrig, mit 1 Mittelnerv ohne Fiedernerven, 1–2 cm lang und 1–5 mm breit. Die Blüten sind gelblich, duftend, becherförmig, mit 3-zipfeliger Blütenhülle, 1-2 mm groß, zweihäusig, wobei die männlichen in wenigblütigen Büscheln und die weiblich einzeln stehen. Später bilden sich fleischige, 4–7 mm große, kugelige Beerenfrüchte mit Resten der Kronblätter. Anfangs sind die Beeren grün, später gelblich, bei Reife rot.

Wie manche Santalaceae auch ist die Weiße Meldenrute halbparasitisch, das heißt die Sträucher können Photosynthese betreiben, aber gleichzeitig über die Wurzeln anderer Sträucher und Bäume Wasser und Nährstoffe entnehmen.


Abb. 1 Strauch der Osyris alba mit reifen Früchten. Wegesrand im Aracena-Gebirge, Spanien, 23.10.2013, 672 m, 37° 54' 37 N, 06° 42' 34 W Abb. 2 Rutenförmige Äste und schmal lanzettliche Laubblätter der Osyris alba. Felsstandort unterhalb von Frigiliana, Süd-Spanien, 07.10.2008, 302 m, 36° 47' 44 N, 03° 53' 32 W

Abb. 3 Verschiedene Reifestadien der Früchte von Osyris alba mit anhängenden Kronresten. An der alten Römerstraße bei Castelsardo, Sardinien, Italien, 30.10.2017, 104 m, 40° 54' 42 N, 08° 44' 08 O Abb. 4 Rutenförmige Äste und schmal lanzettliche Laubblätter der Osyris alba. An der alten Römerstraße bei Castelsardo, Sardinien, Italien, 30.10.2017, 104 m, 40° 54' 42 N, 08° 44' 08 O

Abb. 5 Männliche Blüten der Osyris alba in der küstennahen Garrigue auf der Punta n'Amer auf Mallorca, 02.10.2007, 14 m, 39° 34' 53 N, 03° 24' 05 O Abb. 6 Ginsterähnlicher Strauch der Osyris alba in der Macchie am Vidova Gora auf der Insel Brac, Kroatien, 15.10.2012, 672 m, 43° 17' 49 N, 16° 36' 15 O

Abb. 7 Reife Früchte und rutenförmige Äste der Osyris alba. Wegesrand im Aracena-Gebirge, Spanien, 23.10.2013, 672 m, 37° 54' 37 N, 06° 42' 34 W


Der Gattungsname Osyris L. existierte schon vorlinnäisch. Die wohl erste Erwähnung stammt von Plinius dem Älteren, der damit womöglich die Besenradmelde, Chenopodium scoparia L., bezeichnete, einer der Osyris alba durchaus ähnlichen Art. Ob es einen etymologischen Bezug zum ägyptischen Gott Osiris gibt, bleibt ungeklärt, erscheint aber rmöglich, da sowohl die griechische und römische Kultur von der ägyptischen beeinflusst wurden. Das Art-Epitheton alba stammt von lat. "albus" (= weiß).

Die Winterhärte von Osyris alba ist nicht eindeutig, da es nur sehr wenige Versuche mit einem Anbau in Mitteleuropa gibt. Ideal wäre eine sonniger, offener und warmer Standort. Der Boden sollte abgemagert, steinig und gut drainiert sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Osyris alba. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/osyris-alba.html am Tg.Mo.Jahr.

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