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Paliurus spina-christi Mill.
Christusdorn, Gemeiner Stechdorn, Rhamnaceae - Kreuzdorngewächse
Sommerblüher, V–VIII, 200–500 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Christusdorn ist ein laubabwerfender Strauch, dessen Verbreitungsgebiet vom Mittelmeergebiet bis nach Zentralasien reicht. Häufig wird die Art in warmen Regionen als Zier- und Heckenpflanze angebaut und ist vielerorts verwildert. Bevorzugt wächst Paliurus spina-christi in lichten Wäldern, Waldrändern, Strauchgesellschaften und Felshabitaten bis hinauf in die subalpinen Regionen. Die Pflanzen wachsen aufrecht, überhängend mit zickzackförmigen Zweigen. Die Laubblätter sind 2-zeilig angeordnet, wechselständig, kurz gestielt, schief eiförmig, 3-nervig, bis 4 cm lang, am Rand undeutlich gekerbt-gesägt oder gelegentlich ganzrandig. An jedem Blattansatz finden sich zwei zu Dornen umgewandelte Nebenblätter, von denen ein Dorn lang, gerade und der andere kurz, gebogen ist. Die Blüten sind grünlich-gelb, 5-zählig und stehen in Trugdolden. Typischerweise sind die gelb-braunen, bis 3 cm großen Früchte rundherum von einem breiten, gewellten Rand umgeben.



Abb. 1 Blühender Paliurus spina-christi in einem Privatgarten im Bergischen Land, 19.07.2011 Abb. 2 Gelbe Blüten des Paliurus spina-christi in einem Privatgarten im Bergischen Land, 19.07.2011

Abb. 3 Zweige und Dornen des Paliurus spina-christi in einem Laubmischwald am Hang des Srd, Dubrovnik, Kroatien, 06.10.2015, 220 m, 42° 38' 49 N, 18° 06' 34 O Abb. 4 Bogenförmige Verzweigung des Paliurus spina-christi in einem Laubmischwald am Hang des Srd, Dubrovnik, Kroatien, 06.10.2015, 220 m, 42° 38' 49 N, 18° 06' 34 O

Abb. 5 Strauch des Paliurus spina-christi mit zahlreichen braunen Früchten am Wasserfall Sopot, Montenegro, 11.10.2015, 40 m, 42° 30' 49 N, 18° 40' 53 O Abb. 6 Strauch des Paliurus spina-christi in den Feldern oberhalb des Örtchens Mirca auf der Insel Brac, Kroatien, 122 m, 43° 22' 08 N, 16° 31' 17 O

Abb. 7 Reichlich mit Früchten besetzte Sprossachsen des Paliurus spina-christi in den Feldern oberhalb des Örtchens Mirca auf der Insel Brac, Kroatien, 98 m, 43° 22' 17 N, 16° 31' 25 O Abb. 8 Paliurus spina-christi oberhalb der Kravice-Wasserfälle, Ex-Jugoslawien, 12.10.2015, 76 m, 43° 09' 26 N, 17° 36' 35 O

Abb. 9 Jungpflanze des Paliurus spina-christi oberhalb der Kravice-Wasserfälle, Ex-Jugoslawien, 12.10.2015, 79 m, 43° 09' 24 N, 17° 36' 39 O Abb. 10 Zweig des Paliurus spina-christi mit zahlreichen braunen Früchten am Wasserfall Sopot, Montenegro, 11.10.2015, 40 m, 42° 30' 49 N, 18° 40' 53 O

Abb. 11 Die Echte Dattelplame, Phoenix dactylifera L., zusammen mit Paliurus spina-christi am Naturstandort im Wadi Alqahfi, Oman, 24.02.2007, 604 m, 24° 37' 50 N 56° 04' 47 O

Der Gattungsname Paliurus Mill. wurde schon in der Antike genutzt und leitet sich von gr. "paliourus" (Christusdorn) ab. Das Benennungsmotiv ist allerdings unklar und könnte sich von gr. "palinourus" (= wieder Wasser lassend) ableiten, nach der unbelegten Nutzung der Früchte als harntreibendes Mittel. Das Epitheton spina-christi stammt von lat. "spina" (= Dorn), zu Christusdorn.

Paliurus spina-christi ist in Mitteleuropa bis Z 7b winterhart. Ideal ist ein sonniger, offener Standort. Die Ansprüche an den Boden sind gering. Die Pflanzen sollten mit Abstand zu Bewegungsflächen gesetzt werden, da die Dornen durchaus wehrhaft sind. Nach sehr kalten Wintern können die Zweige zurückfrieren, selten auch bis zur Basis. Meist regenerieren sich die Pflanzen wieder aus dem Wurzelstock.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Paliurus spina-christi. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/paliurus-spina-christi.html am Tg.Mo.Jahr.

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