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Petasites albus (L.) Gaertn.
Weiße Pestwurz, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Frühjahrblüher, II–IV, sommergrün, 10–80 cm hoch

Petasites albus gehört zu den kleineren Pestwurz-Arten. Er ist mäßig häufig in Mitteleuropa und besiedelt bevorzugt höhere Lagen in Buchenmischwäldern, gerne mit Bergahorn, und kommt auf Bodenstörungen in hochmontanen bis subalpinen Regionen vor. Petasites albus bildet unterirdische Ausläufer. Die Blätter des P. albus sind bis 40 cm breit, relativ dünn und schlaff. Die Blütenstände setzen sich aus traubenartig (einfache, durchgehende Blütenstandsachse mit gestielten Seitenblüten) angeordneten Einzelbüten zusammen, die Blütenkronen sind weiß (Name). Zeitig im Frühjahr erscheint die Blüte. Erst später entfalten sich die herzförmigen Blätter. Die Früchte des P. albus verbreiten sich mit dem Wind (Anemochorie) wie es typisch für Asteraceae ist. Sie besitzen daher "Fallschirme wie die Pusteblume", botanisch nennt man den haarartigen Fortsatz am Samen Pappus.

Abb. 1 Blütenstand des Petasites albus am Triberger Wasserfall, mittlerer Schwarzwald, 780 m, 48° 07' 40 N, 08° 13' 37 O Abb. 2 Ausläuferbildende Wurzeln des Petasites albus, frei geworden nach einem Erdrutsch, Ravennaschlucht, Hochschwarzwald, 860 m, 47° 55' 09 N, 08° 05' 03 O

Abb. 3 Das rundliche, unregelmäßig doppelt gezähnte, stachelspitzige Blatt von Petasites albus, Privatgarten Abb. 4 Bestand des Petasites albus am Triberger Wasserfall, mittlerer Schwarzwald, 780 m, 48° 07' 40 N, 08° 13' 37 O

Abb. 5 Gärtnerischer Bestand der sehr ähnlichen Japanischen Pestwurz, Petasites japonicus (Siebold & Zucc.) Maxim., im Botanischen Garten Freiburg, 48° 00' 33 N, 07° 51' 22 O, 261 m


Petasites albus unterscheidet sich von den anderen Petasites-Arten durch die weiße Blüte und die schlaffen, rundlichen Blätter. Der ähnliche Petasites hybridus (L.) Gaertn., B. Mey & Scherb. besitzt eine rötliche Blüte und hat wesentlich größere Blätter.

Der Gattungsname Petasites stammt von Dioskurides gr. "petasos" (= breitkrempiger Hut), als Symbol von Pflanzenarten mit breiten, schirmförmigen Laubblättern. Nach Pluteus wäre eine weitere etymologische Erklärung der Bezug auf den Hut der Fruchtkörper. Das Artepitheton albus bezieht sich auf weißen Blütenkronen, lat. "albus" (= weiß).

Feuchte und schattige Stellen sind gute Standorte für Petasites albus, an Teichen oder Bachläufen. Die frühe Blüte ist sicherlich ein dekoratives Element und kann in der Unterwuchsgestaltung sehr exotisch wirken (Abb. 5 mit P. japonicus). Pflanzen die sich wohl fühlen breiten sich langsam über das Rhizom aus. Ist eine Ausbreitung nicht gewünscht, sollte man eine Rhizomsperre einbringen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Petasites albus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/petasites-albus.html am Tg.Mo.Jahr.

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