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Peucedanum cervaria (L.) Lap.
  synonym: Cervaria rivini Gaertn.
                 Selinum cervaria L.
Hirschwurz, Apiaceae - Doldenblütler
Hochsommerblüher, VII–IX, 50–100 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Sumpf-Haarstrang tritt in der Mitte und im Süden von Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut auf, im Norden nur selten oder fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt werden trockene Standorte auf Kalk in Strauchsäumen, Wäldern und Rasen besiedelt. Es sind mehrjährige, aufrecht wachsende Pflanzen mit einer Rübenwurzel, aus deren Knospen am Hals sich die Pflanze erneuert (Pleikormstaude). Die Stängel sind markig, gerillt und am Grund mit einem Faserschopf. Die Laubblätter sind 2–3-fach gefiedert mit typischen, eiförmigen, grannig gezähnten, derben, graugrünen Endabschnitten. Die Blütenstände sind flaumig behaarte, 15–30-strahlige Dolden. Hüll- und Hüllchenblätter sind vielblättrig, zurück gebogen, lanzettlich, hautrandig und fädig auslaufend (Hüllblätter sind bei Doldenblütler die Hochblätter direkt unterhalb des Blütenstandes, Hüllchenblätter jene unterhalb der Teildolden = Döldchen). Die Kronblätter sind weiß, nicht strahlend (alle gleich groß). Die Früchte sind 4–6 mm lang, 3–4 mm breit und geflügelt.


Abb. 1 Dolde des Peucedanum cervaria mit den lanzettlichen, fädig auslaufenden Hüll- und Hüllchenblättern, Wegesrand bei Winningen im Moseltal, 09.07.2020, 245 m, 50° 19' 08 N, 07° 29' 38 O Abb. 2 Aufrechtes Laubblatt von Peucedanum cervaria an einem Wegesrand in den Weinbergen bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 10.07.2020, 173 m, 49° 55' 42 N, 07° 53' 32 O

Abb. 3 Gesamtblütenstand von Peucedanum cervaria, hier mit 19 Döldchen, Wegesrand in den Weinbergen bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 10.07.2020, 173 m, 49° 55' 42 N, 07° 53' 32 O Abb. 4 Graugrünes Laubblatt von Peucedanum cervaria mit den typischen eiförmigen Abschnitten, Wegesrand bei Winningen im Moseltal, 09.07.2020, 245 m, 50° 19' 08 N, 07° 29' 38 O


Der Gattungsname Peucedanum L. existierte schon vorlinnäisch und leitet sich von gr. "peukos" (= stechend, scharf) ab, später zu gr. "peukedanon" (= bitter schmeckend), nach der bitter schmeckenden Wurzel, die eine alte Heilpflanze ist. Das Epitheton cervaria stammt von lat. "cervus" (= Hirsch), mit unklarem Benennungsmotiv; eventuell das derbe Laub, welches an den robusten Hirsch erinnert?

Peucedanum cervaria ist eine Pflanze für den naturnahen Garten an trockener und warmer Stelle.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Peucedanum cervaria. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/peucedanum-cervaria.html am Tg.Mo.Jahr.

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