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Phlomis fruticosa L.
Strauchiges Brandkraut, Labiateae - Lippenblütler
Frühlingblüher, IV–VII, 50–130 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Phlomis fruticosa stammt aus dem mittleren und östlichen Mittelmeerraum bis zum Schwarzen Meer. Sie besiedelt offene Standorte in der Garrique oder Felsen. Es sind immergrüne, reich verzweigende Sträucher mit aufsteigenden bis niederliegenden Zweigen. Die Stängel sind anfangs drüsenlos und flaumig bis wollig behaart, später verholzend und tragen gestielte, lanzettlich-eiförmige Blätter, die ganzrandig oder gekerbt sind, oberseits dunkelgrün und runzelig, unterseits wollig und grauweiß. Die Blütenstände erscheinen im Frühling, sind aufsteigend und bilden 14–36-blütige Scheinquirle, die pagodenartig übereinander angeordnet sind und leuchtend gelbe, bis 3 cm große Lippenblüten tragen.

Abb. 1 Scheinquirl der Phlomis fruticosa mit offenen und noch geschlossenen Einzelblüten, oberhalb Banyul sur Mer, Pyrenäen, Südfrankreich, 12.10.2005, 16 m, 42° 29' 23 N, 03° 07' 24 O Abb. 2 Strauch der Phlomis fruticosa im Herbst mit den hellbraunen Fruchtständen, oberhalb Banyul sur Mer, Pyrenäen, Südfrankreich, 04.10.2005, 22 m, 42° 29' 23 N, 03° 07' 33 O

Abb. 3 Kräftiger Strauch von Phlomis fruticosa mit zahlreichen Fruchtstäden, Wegesrand nördlich von Las Palmeras, Mallorca, 28.09.2007, 16 m, 39° 55' 53 N, 03° 08' 04 O Abb. 4 Eiförmige Laubblätter und dicht wollig behaarte Stängel von Phlomis fruticosa, Wegesrand nördlich von Las Palmeras, Mallorca, 28.09.2007, 16 m, 39° 55' 53 N, 03° 08' 04 O

Abb. 5 Scheinquirl mit hellgelben Blüten der Phlomis fruticosa. Im mitteleuropäischen Klima ist die Behaarung nicht so dicht ausgeprägt. Privatgarten, 11.07.2003 Abb. 6 Blühender Strauch der Phlomis fruticosa, seit etwa 2005 im Freiland. Privatgarten, 25.05.2007

Abb. 7 Zahlreiche Sträucher der Phlomis fruticosa an einem Wegesrand bei Arroyo, Sierra de Aracena, Spanien, 17.10.2010, 658 m, 37° 53' 39 N, 06° 48' 30 W Abb. 8 Junger Strauch von Phlomis fruticosa 20–30 cm im 1L-Topf, Privatgarten, 28.09.2016

Abb. 9 Stark von Frösten geschädigte Phlomis fruticosa im Botanischen Garten Basel. Pflanze hat überlebt. 08.04.2010

Der Gattungsname Phlomis L. wurde schon in der Antike für die Brandkräuter und weitere Arten, wie beispielsweise Verbascum lychnitis L. genutzt. Das altgriechische "phlomis" bedeutet Brandkraut oder P. samia L., während lat. "phlomis" (= Verbascum L.) die Könisgkerze meint. Das Benennungsmotiv ist ungeklärt. Das Epitheton fruticosa stammt von lat. "fruticosus" (= strauchig) und beschreibt den Habitus der Pflanzen. Siehe auch Phlomis.

In Mitteleuropa gibt es aus den wintermilden Regionen mehrere Berichte eines langfristigen erfolgreichen Anbaus der Phlomis fruticosa. Nichtsdestotrotz sollten bei langen Dauerfrösten Schutzmaßnahmen im Sinne von Reisigauflagen getroffen werden, da stark zurückfrierende Sträucher manchmal nicht wieder austreiben. Je jünger die Sträucher sind, desto wahrscheinlicher ist das Überleben nach kräftigen Winterschäden. An sonnigen Standorten ist das strauchige Brandkraut gut zu kultivieren und bietet das ganze Jahr strukturelle, beziehungsweise farbliche Elemente. In kalten Regionen sollte eher die Kübelhaltung bevorzugt werden. Niederliegende Sprosse bewurzeln sich manchmal.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Phlomis fruticosa. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/phlomis-fruticosa.html am Tg.Mo.Jahr.

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