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Phyllostachys edulis (Carrière) J. Houz.
  synonym: Bambos moosoo Siebold
                 Bambusa edulis Carrière
                 Bambusa heterocycla Carrière
                 Bambusa mitis hort. ex Carrière
                 Bambusa pubescens Carrière
                 Phyllostachys heterocycla (Carrière) S. Matsum.
                 Phyllostachys macroculmis var. edulis V. N. Vassil.
                 Phyllostachys mitis var. heterocycla (Carrière) Makino
                 Phyllostachys pubescens (Carrière) Mazel ex J. Houz.
                 Sinoarundinaria edulis (Carrière) Ohwi ex Mayeb.
                 Sinarundinaria pubescens (Pradelle) Muroi
Moso-Bambus, Poaceae - Süßgräser
Meist hapaxanther Blüher (nur einmal blühend, dann absterbend), 3–17(–27) m hoch, immergrün, mehrjährig

Der Moso-Bambus stammt aus China, wo die Pflanzen in der unteren Höhenstufe der warm temperaten Mittelgebirge von 100–1.000 m über NN wachsen. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet umfasst wahrscheinlich nur Henan. Heutzutage ist der Moso-Bambus aber in vielen Regionen Chinas eingebürgert. Auch in anderen asiatischen Ländern, besonders Japan, und Amerika ist die Art ausgewildert. Bevorzugt siedeln die Pflanzen auf sauren Böden und bilden Bestände mit oft hohem Deckungsgrad. Die Art errreicht Höhen von 3–17 m, an idealen Standorten mit hoher Jahreswärmesumme und ausreichend Feuchtigkeit sogar bis 27 m. Die Pflanzen zeigen eine ausgeprägte Neigung zur Ausläuferbildung, die teilweise viele Meter von den zentralen Sprossen neue Halme bilden. Die Halme haben einen Durchmesser von 4–30 cm, sind grün, oft orangefarben unterlaufen, anfangs weiß pudrig bereift und an den Internodien weich behaart, später kahl. Neue Sprosse sind dunkelbraun bis olivfarben, oft schwarz gepunktet ("getigert"), an den weich behaarten Halmscheiden finden sich lange, rote bis gelbe, strohartige Wimpern und lange, schmal lanzettliche, zungenförmige, dunkelbraune Spitzen. Die Laubblätter sind grün, 5–12 cm lang, bis 2 cm breit, ganzrandig und an der Blattscheide dunkelbraun behaart.

Von Phyllostachys edulis gibt es eine Plethora an Synonymen; das gilt nicht nur für die Artnamen, sondern auch für die Summe an infraspezifischen Taxa und insbesondere an zahllosen Sorten. Alle diese phantasievollen Namen repräsentieren letztlich nur 1 Art: den Moso-Bambus. Die im englischen und deutschen Sprachraum übliche Bezeichnung "Moso" stammt von der ersten (ungültigen) Benennung der Art 1830 durch Siebold als "Bambos moosoo".



Abb. 1 Mit stohartigen Haaren besetzte Halmscheiden von Phyllostachys edulis, Arboretum Bokrijk, Belgien, 01.05.2017 Abb. 2 Eine der höchten Anpflanzungen der Phyllostachys edulis mit einer Höhe von fast 10 m in Mitteleuropa befindet sich im Botanischen Garten Strassbourg, 10.04.2012

Abb. 3 Breiter Hamfuß der Phyllostachys edulis im Botanischen Garten Strassbourg, 16.07.2003 Abb. 4 Behaarte und gepunktete Halmscheiden von Phyllostachys edulis, Arboretum Bokrijk, Belgien, 01.05.2017

Abb. 5 Langem Zungenförmige Fortsätze der Halmscheiden von Phyllostachys edulis, Arboretum Bokrijk, Belgien, 01.05.2017


Der Gattungsname Phyllostachys Siebold & Zucc. leitet sich ab von gr. "phyllon" (= Blatt) und gr. "stachys" (= Ähre) und beschreibt die dachziegelartig deckenden Tragblätter der Blütenähren. Das Epitheton edulis stammt von lat. "edulis" (= essbar) und bezieht sich auf die essbaren jungen Sprosspitzen.

Der Moso-Bambus ist ein ausgeprägt ausläuferbildender Bambus und sollte in einer Rhizomsperre angebaut werden. Die Winterhärte reicht bis Z 7b. Ab etwa –18 °C friert er ganz oder teilweise zurück. Für gutes Gedeihen benötigen die Pflanzen eine hohe Jahreswärmesumme und ausreichend Fruchtigkeit. In sommerkühlen Regionen sind die Wuchsergebnisse eher mager.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Ohrnberger, D. 1999: The Bamboos of the World. – Elsevier Science B. V., Amsterdam, 585 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Phyllostachys edulis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/phyllostachys-edulis.html am Tg.Mo.Jahr.

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