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Phyllostachys propinqua McClure
  synonym: Phyllostachys sapida T. P. Yi
Sand-Bambus, Poaceae - Süßgräser
Meist hapaxanther Blüher (nur einmal blühend, dann absterbend), 6–9(–12) m hoch, immergrün, mehrjährig

Der Sand-Bambus stammt aus China. Am Naturstandort erreicht die Art Höhen von 6–12 m, in Mitteleuropa 4–8 m je nach Standortbedingungen. Die Halme haben einen Durchmesser von 3–4 cm, sind kahl, anfangs weiß pudrig bereift, bläulich, später grün bis gelblich-grün mit bis zu 20 cm langen Internodien. Die Halmscheiden sind gelbbraun bis rotbraun, kahl, typischerweise mit hellen und dunklen Streifen, besonders oben mit braun-purpurfarbenen Flecken, an den Rändern stroh-farben. Je Endzweig finden sich 2–3 lanzettliche bis linear-lanzettliche, oberseits grüne, unterseits blass purpurfarben-braune Laubblätter, die 7–16 cm lang und 1–2 cm breit sind. Die Blütenstände sind 5–10 cm lang und haben 3–5 Hochblätter.

Erstmals wurde Phyllostachys propinqua 1926 nach Mitteleuropa eingeführt, jedoch sind die Kulturpflanzen verloren gegangen. Die Wiedereinführung erfolgte 1977, gleichwohl Zweifel daran bestehen, dass diese aus Peking stammende Sippe tatsächlich zur Art gehört. Ebenso bestehen Zweifel, dass einige der nachfolgend eingeführten Sippen P. propinqua sind.

Abb. 1 Blütenstand einer Phyllostachys propinqua in einem Privatgarten in Rheinstetten, 31.05.2018 Abb. 2 Blütenstand einer Phyllostachys propinqua in einem Privatgarten in Rheinstetten, 31.05.2018


Der Gattungsname Phyllostachys Siebold & Zucc. leitet sich ab von gr. "phyllon" (= Blatt) und gr. "stachys" (= Ähre) und beschreibt die dachziegelartig deckenden Tragblätter der Blütenähren. Das Epitheton propinqua leitet sich ab von lat. "propinquus" (= nahe verwandt), nach der Ähnlichkeit mit anderen Arten der Gattung, insbesondere P. meyeri McClure.

Als ausläuferbildender Bambus sollte der Sand-Bambus in einer Rhizomsperre angebaut werden. Die Winterhärte reicht bis Z 6. Sofern es sich tatsächlich um echte Phyllostachys propinqua handelt, tolerieren die Pflanzen problemlos bis –21 °C, nach einigen Berichten sogar deutlich niedrigere Temperaturen. Seit 2015 gibt es Berichte über blühende Pflanzen im mitteleuropäischen Anbau.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Ohrnberger, D. 1999: The Bamboos of the World. – Elsevier Science B. V., Amsterdam, 585 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Phyllostachys propinqua. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/phyllostachys-propinqua.html am Tg.Mo.Jahr.

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