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Phyteuma nigrum F. W. Schmidt
Schwarze Teufelskralle, Campanulaceae - Glockenblumengewächse
Beginn Frühsommerblüher, V–VII, 20–60 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Schwarze Teufelskralle ist in Mitteleuropa mäßig häufig und siedelt auf Wiesen, in schattigen Staudenfluren oder Mischwäldern. Die unteren Blätter sind 2 mal so lang wie breit und haben einen nur leicht herzförmigen Grund. Mittlere und obere Blätter sind deutlich kleiner und schmaler. Die Blüten sind bläulich schwarz oder schwarzviolett und stehen ährig auf einem ei- bis walzenförmig gestreckten Blütenstand.

In der Familie der Glockenblumengewächse gibt es ein paar Gattungen, die auf dem ersten Blick gar nicht wie typische "Glockenblumen" aussehen. Ähnlich den Sanglöckchen, Jasione L., sind mehrere Blüten zu einem dichten Blütenstand vereint und "einzelne Glockenblüten" sind nicht erkennbar. Dass mehrere Blüten sich zu einem eindrucksvollen Blütenstand "zusammen schließen", ist ein Lockmechanismus der sich auch bei den Korbblütern, Asteraceae, findet. Deshalb werden die Teufelskrallen im Übrigen auch in der Ordnung Asterales, Asternartige, geführt. Die Einzelblüten sind röhrig verlängert, krallenartig gekrümmt und am Grunde verbreitert.

Phyteuma nigrum neigt dazu, mit anderen Arten, besonders P. spicatum L., zu hybridisieren. Manche Autoren grenzen diese Hybriden als P. xadulterinum Wallr. ab. Merkmale sind die eher kürzeren Blütenstände und die hellblauen Blüten. Andere Autoren sehen diese Sippe als eigenständige Unterart, die Himmelblaue Teufelskralle, P. spicatum ssp. occidentale R. Schulz.

Phyteuma nigrum hatte früher eine ethnobotanische Bedeutung und dürfte als "Hexenkraut" wohl Namensgeber der Gattung sein.


Abb. 1 Größerer Bestand des Phyteuma nigrum in einer schattigen Mischstaudenflur im Ahbach-Tal am Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 400 m, 50° 19' 23 N, 06° 46' 13 O Abb. 2 Schwarzvioletter Blütenstand von Phyteuma nigrum, Ahbach-Tal, Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 400 m, 50° 19' 22 N, 06° 46' 13 OO

Abb. 3 Pflanze des Phyteuma nigrum, Ahbach-Tal, Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 400 m, 50° 19' 22 N, 06° 46' 13 O Abb. 4 Schwarzblauer Blütenstand von Phyteuma nigrum mit den röhrenförmigen, noch nicht aufgerissenen Einzelblüten, Ahbach-Tal, Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 400 m, 50° 19' 22 N, 06° 46' 13 O

Nicht gesichert ist das Benennungsmotiv des Gattungsnamens Phyteuma L., welcher schon vorlinnäisch gebraucht wurde. Er ist griechischen Ursprungs, gr. "phyteuma" (= Pflanze, Baum, Gewächs) und es bleibt unklar, auf welche Art/-en sich das bezog. Das Epitheton nigrum stammt von lat. "niger" (= schwarz) und beschreibt die Farbe des Blütenstandes.

Phyteuma nigrum werden schon lange als dekorative Stauden im mitteleuropäischen Garten kultiviert. Zwar sind die Pflanzen "aus der Mode", aber im Exotengarten, an einer gerne auch feuchteren Stelle, dürfte für diese botanisch interessanten Pflanzen durchaus immer noch ein kleines Plätzchen vorhanden sein. Phyteuma ngrum vermehrt sich langsam über den Wurzelstock und kann einfach kontrolliert werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Phyteuma nigrum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/phyteuma-nigrum.html am Tg.Mo.Jahr.

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