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Podophyllum peltatum L.
Nordamerikanischer Maiapfel, Berberidaceae - Berberitzengewächse
Vollfrühlingblüher, V–VI, bis 20–60(–200) cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Nordamerikanische Maiapfel stammt aus den östlichen Mittelgebirgen Nordamerikas, wo die Pflanzen in Laubwäldern, an feuchten Stellen entlang von Wegen oder an Flussufern in Höhen von 50–800 m über NN wachsen. Es sind Maiäpfel, die in der Regel bis 60 cm hoch werden, an günstigen Standorten sogar bis 200 cm. Die Pflanzen haben ein längliches, unter- oder oberirdisch kriechendes, fleischiges, verzweigendes Rhizom aus dem die Stängel entspringen und über das sich die Pflanzen langsam bis zu 20 cm pro Jahr ausbreiten. Die Stängel sind blass grün, aufrecht, bis 30 cm lang. Sterile Sprossachsen tragen 1 Laubblatt pro Stängel, fertile Sprossachsen hingegen 2 ungleiche, gegenständige Laubblätter. Die Laubblätter sind schildförmig, bis 40 cm im Durchmesser, 5–7(–9)-fach gelappt, ganzrandig oder gezähnt, manchmal behaart auf der Unterseite. In der Stängelverzweigung stehen einzelne, nickende, duftende, weiße, gestielte, 3–5 cm große Blüten. Selten sind die Kronblätter rosa. Später bilden sich grüne, gelbliche oder selten kastanienfarbige Beerenfrüchte, die 30–50 eiförmige, bis 8 mm lange Samen enthalten.

Zwar sind die Früchte essbar, der Rest der Pflanzen jedoch ist als giftig einzustufen. In der Volksmedizin und der indianischen Kultur wurden die Pflanzen zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Neuere Forschungen zeigen eine mögliche Wirkung gegen Tumorleiden.

Abb. 1 Schildförmige Laubblätter des Podophyllum peltatum im Frühjahr in einem Privatgarten, 15.04.2016 Abb. 2 Bestand des Podophyllum peltatum im Vollfrühling. Anfangs sind die Laubblätter noch braun tingiert, später vollgrün. Privatgarten, 05.05.2016

Abb. 3 Nicht fertile Sprosse des Podophyllum peltatum tragen meist nur ein Laubblatt und sind in der Regel unverzweigt, Privatgarten, 15.04.2016 Abb. 4 Frischer Austrieb des Podophyllum peltatum im Frühling mit schon erkennbarer (rundlicher, weißer) Blütenknospe, Privatgarten, 15.04.2016

Abb. 5 Podophyllum peltatum bildet im Laufe der Zeit eine dekorative Kolonie, die hervorragend als Bodendecker im Schatten geeignet ist, Privatgarten, 08.05.2016 Abb. 6 Ein grünes, oberirdisches Rhizomstück des Podophyllum peltatum, Privatgarten, 07.04.2016

Abb. 7 Frisch austreibende Knospe des Podophyllum peltatum im Frühjahr, rechts ein braunes, unterirdisches Rhizomstück, Privatgarten, 07.04.2016 Abb. 8 Die weißen Blüten des Podophyllum peltatum erscheinen im Frühjahr mit dem Austrieb der Pflanzen, Privatgarten, 17.05.2016

Abb. 9 Die Blüte steht an der Verzweigung des Stängels beim Podophyllum peltatum, Arboretum Bokrijk, 01.05.2017 Abb. 10 Wenn sich Podophyllum peltatum wohlfühlt, breiten sich die Pflanzen zu einem prächtigen, bodendeckenden Teppich aus, Arboretum Bokrijk, 01.05.2017

Abb. 11 Die schildförmigen Blätter des Podophyllum peltatum präsentieren recht unterschiedliche Formen der Blattspreite, Privatgarten, 18.05.2017 Abb. 12 Die  glänzend grünen Blattspreiten von Podophyllum peltatum, Privatgarten, 18.05.2017


Der Gattungsname Podophyllum L. leitet sich ab von gr. "pous" (= Fuß) und gr. "phyllon" (= Blatt), beziehungsweise Genitiv zu "podos", zu "Fußblatt", für die schildförmigen Laubblätter, die an den Umriss der Elefantenfüße erinnern. Das Art-Epitheton peltatum stammt von lat. "peltatus" (= mit einem Schild versehen), nach den schildförmigen Laublättern der Art.

Der Nordamerikanische Maiapfel ist eine hervorragende exotische Pflanze für den Unterwuchs an feuchten und schattigen Stellen. Der Boden sollte feucht, humos, tiefgründig, leicht sauer und ruhig mit reichlich Mull versehen sein. Unter solchen Bedingungen erreichen die Pflanzen tropische Ausmaße bis 1 m Höhe mit prächtigen, glänzenden Blättern. Ein Winterschutz ist nicht notwendig, da die Pflanzen bis Z 6 winterhart sind.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Podophyllum peltatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/podophyllum-peltatum.html am Tg.Mo.Jahr.

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