Startseite

Primula elatior (L.) Hill
Hohe Schlüsselblume, Hohe Primel, Wald-Primel, Himmelschlüssel, Primulaceae - Primelgewächse
Beginn Erstfrühlingblüher, III–V, 10–30 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Hohe Schlüsselblume tritt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet auf, ist im Nordosten selten. Sie bevorzugt Standorte in lichten Laubmischwäldern, auf Wiesen, an Gräben und Bächen, in Gebüschen und an Wegesrändern. Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis ins westliche Sibirien. Die Laubblätter sind in einer grundständigen Rosette angeordnet, bis 25 cm lang, runzelig, unregelmäßig und fein gezähnt, beiderseits behaart. Der doldige Blütenstand befindet sich auf einer langen, unverzweigten Blütenstandsachse. Die Blütenkelche sind schlank und liegen der Kronröhre an. Die Krone besteht aus 5 hellgelben, ungefleckten Kronblättern. Im Kelch bildet sich später die zylindrische Kapselfrucht, die zahlreiche kleine Samen enthält.


Abb. 1 Primula elatior im Auwald im Strunde-Tal, Bergisches Land, 06.04.2016, 141 m, 50° 59' 51 N, 07° 09' 57 O Abb. 2 Primula elatior zusammen mit dem Bärlauch, Allium ursinum L., am Wegesrand im Hohenreutewald, Lauterbach, mittlerer Schwarzwald, 03.04.2010, 758 m, 48° 14' 06 N, 08° 18' 57 O

Abb. 3 Pflanzen der Primula elatior im Laubmischwald im Wutachtal, Hochschwarzwald, 05.04.2010, 652 m, 47° 50' 42 N, 08° 19' 58 O Abb. 4 Die Kelche der Primula elatior sind eher schlank und liegen der Kronröhre an, so dass diese nicht "frei pendelt". Auwald im Strunde-Tal, Bergisches Land, 06.04.2016, 141 m, 50° 59' 51 N, 07° 09' 57 O

Abb. 5 Die Blütenkrone der Primula elatior ist hellgelb und ohne Flecken. Auwald im Strunde-Tal, Bergisches Land, 06.04.2016, 141 m, 50° 59' 51 N, 07° 09' 57 O Abb. 8 Typischer, eher feuchter und schattiger Standort der Primula elatior am Ufer der Strunde, Bergisches Land, 06.04.2016, 137 m, 50° 59' 50 N, 07° 09' 51 O


Primula elatior ist manchal schwierig von der ähnlichen Gewöhnlichen Wiesen-Schlüsselblume, Primula veris L., zu unterscheiden, zumal es relativ oft zu Hybriden kommt, deren Merkmale sich zwischen den Eltern befinden. Mancherorts sind diese Hybride recht häufig im Vergleich zu den Arten. Als gutes Merkmal kann die bauchige Kelchröhre genommen werden, an der die Kronröhre bei P. veris nicht anliegt, während die Kelchröhre bei P. elatior nicht bauchig ist und der Kronröhre eng anliegt. Die orangefarbenen Flecken der Kronblätter der P. veris fehlen bei P. elatior.

Der Gattungsname Primula L. bezieht sich wahrscheinlich auf den im Mittelalter auftauchenden Namen "Primula veris", der neben der Schlüsselblume auch andere Frühlingblüher meinte. Erst im späteren Mittelalter ist ein konkreter Artbezug festzustellen, so dass "Primula veris" nur die Schlüsselblume meinte, wie von Linnè so etabliert. Etymologisch dürfte die Wurzel lat. "primus" (= der Erste) sein, als Hinweis auf den frühen Blühzeitpunkt im phänologischen Jahr. Das Epitheton elatior bedeutet lat. "elatior" (= höher) und beschreibt den höheren Wuchs der Art im Vergleich zu anderen Arten der Gattung.

Die Hohe Schlüsselblume ist eine robuste Blühpflanze für den Exotengarten. Früher Blühzeitpunkt, auch während Schnee und Kältephasen, und die hübschen, hellgelben Blüten ergänzen sich hervorragend mit exotischen Pflanzen. Ideal ist ein Standort im lichten Schatten. Es gibt gelegentlich Sorten im Handel zu erwerben.

Referenz
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Primula elatior. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/primula-elatior.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de