Startseite

Protea neriifolia R. Br.
Oleanderblättrige Protea, Proteaceae - Proteagewächse, Silberbaumgewächse
Frühling-Sommerblüher, VI–X, 50–300 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Oleanderblättrige Protea ist endemisch in der Kapprovinz Südafrikas in Höhen bis 1.300 m. Sie wächst in den küstennahen Sandsteinbergen zwischen Kapstadt und Port Elizabeth und tritt dort mit individuenreichen Populationen auf. Es sind aufrecht wachsende Büsche bis 3 m Höhe. Die Blätter sind schmal länglich, sitzend, mit zugespitzem Ende, hell- oder dunkelgrün, unbehaart, bis 18 cm lang. Von Februar bis Oktober erscheinen kelchförmige, bis 13 cm große, cremig-weiße bis rosa-farbene Blütenköpfe mit schwarzem Saum, gelegentlich weiß. In Mitteleuropa blühen die Pflanzen meist von Winter bis Frühling je nach Gewächshausbedingungen.

Die großen, nussähnlichen, beflaumten Samen verbleiben lange in der harten Fruchtkapsel. Erst wenn die Pflanzen sterben oder bei Feuer öffnen sich die Kapsel und die Samen werden entlassen. Dieser Mechanismus ist eine Anpassung an die Feuervegetation am Naturstandort. Da die meisten Feuer im späten Sommer oder Herbst auftreten, kurz vor den ersten Winterregen, ist sichergestellt, dass die Sämlinge in den ersten sensiblen Monaten ausreichend Feuchtigkeit erahlten, um sich gut zu etablieren und die heißen, trockenen, langen Sommer zu überstehen.

Im Gartenbau gibt es zahlreiche Sorten, bei denen es sich teilweise um Hybriden handelt. Bekannte Sorten sind 'Green Ice' und 'Carnival'. Wegen der prächtigen Blüten und der ausgeprochen langen Blühzeit gehört die Oleanderblättrige Protea zu den am häufigsten kultivierten Protea-Arten, sofern das Klima passend ist. Zudem ist sie relativ robust und toleriert mehr als andere Arten der Gattung unterschiedliche Kulturbedingungen.



Abb. 1 Geöffneter Blütenkopf der Protea neriifolia im Botanischen Garten Düsseldorf, 21.01.2015 Abb. 2 Kurz vor dem Öffnen elongiert der Blütenkopf von Protea neriifolia, Botanischer Garten Düsseldorf, 21.01.2015

Abb. 3 Blütenkopf der Protea neriifolia mit dem schwarzen Haarkranz an den Spitzen der Deckblätter, Botanischer Garten Düsseldorf, 21.01.2015 Abb. 4 Blütenkopf und oleanderähnliche Laubblätter der Protea neriifolia im Botanischen Garten Düsseldorf, 21.01.2015

Abb. 5 Die inneren Haare im Blütenkopf der Protea neriifolia im Botanischen Garten Düsseldorf, 21.01.2015 Abb. 6 Schwarzer Haarkranz auf den Deckblättern bei Protea neriifolia, Botanischer Garten Düsseldorf, 21.01.2015

Abb. 7 Sprossachsen-Knospe bei Protea neriifolia, Botanischer Garten Düsseldorf, 21.01.2015


Der Gattungsname Protea L. leitet sich ab vom urgriechischen Wassergott Proteus, gr. "protos" (= der Erste). Später wurde dieser vom Kult Poseidons verdrängt. Das Benennungsmotiv dürfte in der Fähigkeit des Proteus begründet sein, durch Gestaltwandel verschiedene Erscheinungsformen anzunehmen. Diese Fähigkeit spiegelt sich in der Familie der Proteaceae wider, deren Namensgeber Protea ist: eine Familie mit mehr 1.400 Arten und über 60 Genera mit einem enormen Formenreichtum. Die Ähnlichkeit der Laubblätter mit jenen des Oleanders, Nerium oleander L., war das Benennungsmotiv für das Art-Epitheton neriifolia und ist mit ein Motiv für den Namen der Gattung als Protea L., siehe oben. Protea neriifolia wurde 1597 entdeckt und soll die erste in der botanischen Literatur erwähnte Protea sein, gleichwohl die Etablierung der Art durch Robert Brown erst 1810 wesentlich später erfolgte.

Protea neriifolia ist eine ausgesprochen dekorative Protea mit prächtiger, lang anhaltender Blüte, die sich gut im kühlen Wintergarten halten lässt. Sie ist zudem wesentlich robuster mal die meisten anderen Arten der Gattung und verzeiht auch leichte Kulturfehler.Nach der Blüte sollten die Blütenachsen und kreuzende Äste herausgeschnitten, um einen kompakten Habitus zu erhalten. Die Pflanzen bleiben meist eher klein, auch wenn sie in wenigen Jahren schon die Endgröße von kaum etwa 3 m im Gewächshaus erreichen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Protea neriifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/protea-neriifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de