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Prunus laurocerasus Miq.
Kirschlorbeer, Lorbeer-Kische, Rosaceae - Rosengewächse
Frühlingblüher, IV–V, (IX–X), 1–5 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Lorbeer-Kirsche stammt aus Südwesteuropa bis Kleinasien und findet sich dort im Unterwuchs lichter Wälder, in Strauchgesellschaften oder an Felsstandorten der Mittelgebirge. In Mitteleruopa ist die Art inzwischen eingebürgert und vielerorts siedlungsnah in den Wäldern und Gebüschsäumen anzutreffen. Es sind immergrüne Sträucher mit glatter, grauer Rinde und großen, oberseits glänzend grünen Blättern, die unterseits mattgrün sind, glattrandig, bis 15 cm lang, breit-lanzettlich. Die Blütenstände sind aufrechte Trauben mit zahlreichen weißen Blüten. Ab Sommer bilden sich runde, erbsgroße, schwarze Steinfrüchte.

Erkennbar ist die Lorbeer-Kirsche an den großen, glänzenden Blättern und dem typischen Bittermandelarome, das die Pflanzen verbreiten, wenn man die Blätter zerreibt oder das Holz schneidet. Die Früchte sind giftig und werden von Vögeln verbreitet, so gelangt die Pflanze aus den Gärten in die Natur.



Abb. 1 Jungpflanze der Prunus laurocerasus im Buchenwald des oberen Strunde-Tals, 01.01.2014, 171 m, 51° 00' 46 N, 07° 11' 26 O Abb. 2 Spontan aufkommende Jungpflanze der Prunus laurocerasus im Auwald der Wupperaue in Leverkusen-Opladen, 19.01.2014, 60 m , 51° 04' 46 N, 07° 00' 12 O

Abb. 3 Jungpflanze der Prunus laurocerasus im Schluchtwald des Kohlsberg, Solingen, 07.02.2015, 102 m , 51° 08' 24 N, 07° 01' 40 O Abb. 4 Schild des ehemaligen Mühlhammers bei der Strupsmühle in Solingen, nahe Abb. 3, 07.02.2015

Abb. 5 Spontan aufgekommene Pflanze des Prunus laurocerasus im Tal des Sulzbächle bei St. Roman, Schwarzwald, 10.04.2015, 555 m, 48° 19' 09 N, 08° 17' 33 O


Der Gattungsname Prunus L. stand schon vor Linné für die Pflaumenbäume und wurde gr. "proumne", lat. "prunum" oder althochdeutsch "pfluma" genannt. Diese Namen dürften allesamt eine gemeinsame Wurzel haben, die nicht bekannt ist und eventuell auf eine kleinasiatische Sprache zurückführbar ist. Das Epitheton laurocerasus ist ebenfalls schon vorlinnäisch gebräuchlich, lat. "laurus" (= Lorbeerbaum) und lat. "cerasus" (= Kirschbaum), nach der Ähnlichkeit der schwarzen Steinfrüchte und der Blätter mit dem Lorbeerbaum, Laurus nobilis L.

Für den Garten ist die Prunus laurocerasus definitiv eine interessante Art, da es immergrüne, schattenverträgliche Sträucher sind. Nicht umsonst werden die Pflanzen schon lange als Ziergehölze genutzt. Sie wirken als Einzelpflanze sicherlich dekorativ, als "schnelle Hecke" oder Gruppenpflanzung verdunkeln die Pflanzen jedoch oft den Standort. In harten Winter kann die Lorbeer-Kirsche das Laub verlieren oder bis ins Holz zurückfrieren. Fast immer erholen sich derart geschädigte Pflanzen, gleichwohl die ersten Blattschübe oft unansehlich sind. Die Architektur benötigt auch einige Zeit, bis die Sträucher wieder aufgebaut sind. Staunasse und verdichtete Böden sind nicht geeignet, da die Pflanzen dort zu Schimmelbefall, Krüppelwuchs oder Absterben neigen. Frische, offene, auch sandige Böden sind ideal, am besten in halbschattiger bis schattiger Lage.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Prunus laurocerasus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/prunus-laurocerasus.html am Tg.Mo.Jahr.

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