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Pseudowintera colorata (Raoul) Dandy
Südliches Pefferholz, Horopito, Winteraceae - Winterrindengewächse
Winter-, Vollfrühlingblüher, IX–IV, 100–350 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Das Südliche Pfefferholz stammt aus Neuseeland, wo die Pflanzen im Unterwuchs der Podocarpus-Wälder von den Küsten bis in höhere Bergwälder und in collinen Strauchgesellschaften mit relativ hoher Niederschlagssumme gedeihen. Meist sind es Sträucher, seltener kleine Bäume. Auffällig sind die immergrünen, rot, gelb und cremig weiß gefleckten Blätter, die bis 6 cm lang werden, lang elliptisch sind und unterseits grau-weiß bis blass blau schimmern. Die Blüten sind 4–6(–9)-zählig, stehen in Büscheln zu 2–10 an älteren Zweigen, haben fehlende oder reduzierte Kelchblätter, sowie oliv-grüne, lanzettliche Kronblätter und 7–23 Staubblätter. Die Früchte sind schwarze Beeren mit 1–14 Samen.

Frühere Botaniker haben die Art als Drimys colorata Raoul gesehen, da gewisse botanische Ähnlichkeiten mit der Gattung Drimys J. R. Forst. & G. Forst. bestehen. Beides sind phylogenetisch "alte Godwana-Pflanzen", die schon existierten als der Südkontinent noch ein zusammenhängender Kontinent aus Südamerika und Ozeanien war. Beide haben zudem relativ einfache reproduktive Strukturen, gehören mithin zu den allerersten Blütenpflanzen mit "recht primitiven Blütenmerkmalen". Zudem besitzen die Pflanzen keine Gefäße (Tracheen) im Holz (Xylem) wie andere verholzende Pflanzen. Dies führt dazu, dass die Pflanzen nicht sehr groß werden und relativ langsam wachsen.

Der Grund warum das Südliche Pfefferholz ursprünglich in der Gattung Drimys geführt wurde, lag darin, dass es wie D. winteri J. R. Forst. & G. Forst. für das Heilmittel "Winterinde" genutzt wurde, gleichwohl es auf einem anderen Kontinent gedeiht und botanisch deutliche Unterschiede aufweist. Auch heute noch gibt es traditionelle Anwendung in der Volksheilkunde als Heilmittel bei Haut- oder Infektionserkrankungen. Tatsächlich enthält die Pflanze durchaus wirksame Substanzen gegen Pilzinfekte. Meist jedoch werden die Pflanzen als Gewürz oder zu ornamentalen Zwecken kultiviert.



Abb. 1 Die rot, gelb und cremig weiß gefleckten Laubblätter der Pseudowintera colorata, die frische Sprossachse ist noch grün. Privatgarten, 07.04.2016 Abb. 2 Blüte der Pseudowintera colorata, der Aufbau ist recht einfach, was dem Alter der Art von mindestens 65 Millionen Jahren entspricht. Privatgarten, 07.04.2016

Abb. 3 Sprossache der Pseudowintera colorata. Unterseits sind die Laubblätter weiß-grau bis blass blau. Privatgarten, 07.04.2016


Der Gattungsname Pseudowintera Dandy verweist auf die taxonomische Ähnlichkeit zur Gattung Wintera, "falsche Wintera". Das Art-Epitheton colorata stammt von lat. "coloratus" (= gefärbt, besonders rötlich oder bräunlich), nach den bunten Laubblättern der Art.

Das Südliche Pfefferholz ist ein ausgesprochen dekorativer Strauch mit hübschem, buntem Laub; definitiv eine Bereicherung für den Exotengarten. Bisher gibt es jedoch kaum Erfahrungen im mitteleuropäischen Garten. In Großbritannien werden die Pflanzen als winterhart angesehen; gut möglich, dass die Winterhärte bis Z 8b reicht. Ein geschützter Standort in den wintermilden Regionen oder innerstädtisch wäre ein möglicher Pflanzort. Der Boden sollte immer leicht feucht und sauer sein. Bei tiefen Dauerfrösten wäre das Ausbringen von Reisig und eventuell das Umwickeln mit Frostschutzvlies hilfreich.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Pseudowintera colorata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/pseudowintera-colorata.html am Tg.Mo.Jahr.

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