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Puya chilensis Molina
Chilenische Puya, Bromeliaceae - Bromeliengewächse
Frühlingblüher, III–V, 110–280 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Chilenische Puya stammt aus Zentral-Chile, wo die Pflanzen in Strauchgesellschaften, Grasland und Felshabitaten von Meereshöhe bis über 2.000 m Höhe wachsen. Es sind immergrüne, gut an die saisonale Trockenzeit angepasste Erdbromelien, die einen kurzen, niederliegenden oder aufsteigenden, verzweigenden Stamm bilden, der von älteren Laubblättern bedeckt ist. Die Laubblätter sind hellgrün bis silbrig-grün, stehen in großen Rosetten, sind glänzend, bis 1 m lang, steif und ledrig mit zurück gebogenen randständigen Stacheln. Die Blütenstände sind bis 4 m hoch, anfangs aufrecht, später zurück gekrümmt und tragen zahlreiche Blüten in rispiger Anordnung. Die Hochblätter sind bis 25 cm lang, schmal lanzettlich bis lineal. Die Blüten sind meist gestielt und haben grüne, bis 3,5 cm lange, kahle, abgerundete Kelchblätter. Die Kronblätter sind schwefel-gelb oder gelb-grün, bis 6,5 cm lang, schmal elliptisch und spiralig eingedreht. Später bilden sich Kapselfrüchte in denen sich zahlreiche Samen befinden, die mit dem Wind verbreitet werden (Anemochorie). Der blühende Stamm stirbt meist nach der Blüte. Da die Pflanzen aber reichlich Schößlinge aus dem Rhizom oder den basalen Stammabschnitten bilden, sterben sie nicht ab.

In den Herkunftsregionen wird die Chilenische Puya als wehrhafte Heckenpflanze angebaut. Zudem werden Blätter und knospige Blütenstände in der Küche verwendet. Sie gehört zwar zu den am häufigsten kultivieren Puyae außerhalb ihres Naturstandortes, ist jedoch in Chile abnehmend in ihren natürlichen Beständen. Siehe auch Puya Molina.

Abb. 1 Rosetten und Laubblätter der Puya chilensis im Botanischen Garten der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015 Abb. 2 Pflanzen der Puya chilensis mit mehreren Fruchtständen im Botanischen Garten der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015


Der Gattungsname Puya stammt von spanisch "puya" (= Lanzenspitze des Pikadors), bezogen auf den spitz zulaufenden Umriss der Blütenstände. Das Epitheton chilensis stammt von span. "chileno" (= chilenisch) und bezieht auf die Herkunft der Art.

Die Chilenische Puya wird schon lange in Gärten warmer Regionen kultiviert, ist jedoch in Mitteleuropa nicht winterhart und daher nur als Kübelpflanze geeignet. Geringe Fröste bis etwa –5 °C über kurze Zeit werden in der Regel überlebt, hingegen führen länger dauernde Frostperioden zum Absterben der Pflanzen. Ein sonniger und warmer Standort ist ideal, überwintern lassen sich die Pflanzen im Kaltgewächshaus, trocken und kühl.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Puya chilensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/puya-chilensis.html am Tg.Mo.Jahr.

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