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Pyrrosia sheareri (Baker) Ching
      synonym: Cyclophorus sheareri (Baker) C. Chr.
                     Niphobolus sheareri (Baker) Diels
                     Polypodium sheareri Baker
                     Pyrrosia grandissima (Hayata) Ching
                     Pyrrosia nanchuanensis Ching
Shearers Filzfarn, Polypodiaceae - Tüpfelfarngewächse
20–50 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Shearers Filzfarn stammt aus Ostasien (China, Taiwan und Vietnam), wo die Pflanzen als Geophyten auf Felsen oder bei entsprechend feuchten Bedingungen gelegentlich auch als Epiphyten auf bemoosten Bäumen oder Stämmen oder Sträuchern in Wäldern von Meereshöhe bis 2.500 m über NN wachsen. Meist bilden die Pflanzen kurze Rhizome, selten langgestreckte, die einen Durchmesser von 2,5–7 mm haben und im Querschnitt zahlreiche Sklerenchymfasern (Festigungsgewebe) aufweisen. Die Rhizome sind bedeckt von dicht stehenden Wedelstielen und dunkel braunen bis schwarzen, bis 4,7 mm großen, behaarten Spreuschuppen. Die Wedel sind nicht gefiedert, monomorph, bis 30 cm lang, 6 cm breit und haben bis 5 cm lange Stiele. Die Wedel weisen Wasserporen (Hydathoden) auf, die aus umgebildeten Pflanzenorganen bestehen und bei Bedarf Wasser abgeben können. Die Behaarung der Wedel ist dicht, braun bis grau-braun, mit 0,4–1 mm dicken, anliegenden Haaren. Unterseit sind die Wedel graubrau, oberseits hellgrün.



Abb. 1 Freilandpflanze der Pyrrosia sheareri im Farnbeet des Botanischen Gartens Bonn, 07.09.2016 Abb. 2 Unterseite der Wedelspreite von Pyrrosia sheareri mit wolligem Indumentum und dicht stehenden, rostbraunen Indusien. Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016


Abb. 3 Ältere Topfpflanze der Pyrrosia sheareri in einem Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016 Abb. 4 Frischer, noch hellgrüner Wedel der Pyrrosia sheareri mit anliegender Behaarung. Farnbeet des Botanischen Gartens Bonn, 07.09.2016

Abb. 5 Die Wedelstiele von Pyrrosia sheareri sind behaart und sitzen dem Rhizom auf. Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016


Der Gattungsname Pyrrosia Mirb. geht auf gr. "pyrrhos" (= feuerrot) zuürck und beschreibt die Farbe der Sori. Das Epithetin sheareri wurde zu Ehren von George Shearer (1836-1892), einem schottischen Botaniker und Pflanzensammler in China, etabliert.

Pyrrosiae sheareri sind exotische immergrüne Farne, die sowohl terrestrisch als auch epiphytisch wachsen. Erste kurzfristige Erfolge in den milden Regionen zeigen, dass die Pflanzen das Potential für einen Anbau im Freiland haben könnten. Langfristige Versuche fehlen zur Zeit (2017) noch, ebenso Versuche an kälteren Standorten. Die Pflanzen gedeihen unter neutralen bis leicht sauren Bodenverhältnissen, der Boden sollte locker sein, idealerweise mullreich und immer etwas feucht. Schattige bis halbschattige Standorte werden vertragen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Pyrrosia sheareri. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/pyrrosia-sheareri.html am Tg.Mo.Jahr.

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