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Rhizophora mangle L.
  synonym: Rhizophora americana Nutt.
                 Rhizophora mucronata Lam.
                 Rhizophora samoensis (Hochr.) Salvoza
Rote Mangrove, Rhizophoraceae - Rhizophoragewächse
Ganzjahresblüher mit Schwerpunkt im Frühling, I–XII, 6–25 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Rote Mangrove ist in tropischen und subtropischen Regionen des amerikanischen und westafrikanischen Kontinents verbreitet. Auf Hawaii ist die Art eingebürgert. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in den Brack- und Salzwasserzonen der Küsten. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Strauch- und Baumschicht in den dortigen Tidebereichen. Die Art verschwindet in den von Süßwasser dominierten Bereichen. Die nördlichsten Standorte sind in Texas zu finden, wo sich die Pflanzen im Zuge der Klimaerwärmung seit etwa der Jahrtausendwende zunehmend etablieren. Vorübergehende Bestände an der Ostküste der USA sind immer wieder zu beobachten, diese erlöschen jedoch regelmäßig mit dem nächsten kalten Winter.

Es sind reich verzweigende Sträucher oder Bäume mit grauer Borke, unter dem sich rötlicher Bast befindet. Die Pflanzen bilden 2–4,5 m lange, bogenförmige Stelzwurzeln. Die Laubblätter sind elliptisch, 6–12 cm lang, 2,2–6 cm breit, dick, ledrig, oberseits dunkelgrün, unterseits blassgrün, mit 1,5–2 cm langem Blattstiel und lanzettlichen Nebenblättern. Die Blütenstände sind 2–4-blütig und 4–7 cm lang. Die Einzelblüten sind 2 cm im Durchmesser. Die Kelchblätter sind weit abstehend, blass gelb, lanzettlich bis schmal 3-eckig, 12 mm lang und ledrig. Die Kronblätter sind zurück geschlagen, anfangs cremefarben, später bräunlich, 6–10 mm lang, bis 2 mm breit, innen wollig behaart und rasch abfallend. Später bilden sich rostfarbene bis braune, 3 cm lange Beerenfrüchte mit persistierenden Kelchblättern. Die Keimung findet schon am Baum statt und der Keimling durchbricht mit der Sprossachse (Hypokotyl = unterhalb der Keimblätter befindliches Gewebe) die Fruchtwand (Perikarp) und elongiert. Der Keimling ist 12–25 cm lang, 1,2 cm breit, zylindrisch, grün, mit rötlich brauner Spitze. Wird der Keimling abgeworfen, kann er direkt am Auftreffpunkt verwurzeln, wenn er im Schlick stecken bleibt oder er wird mit den Gezeiten fortgetragen. Bis zu einem Jahr bleiben driftende Keimlinge überlebensfähig.


Abb. 1 Stelzwurzeln von Rhizophora mangle im Tidebereich bei Tarpon Springs, Florida, 24.01.2009, 0 m, 28° 09' 11 N, 82° 47' 25 W Abb. 2 Frucht von Rhizophora mangle mit durchstoßender Sprossachse und anhängenden Kelchblättern. Tidebereich bei Tarpon Springs, Florida, 24.01.2009, 0 m, 28° 09' 11 N, 82° 47' 25 W

Abb. 3 Sträucher der Rhizophora mangle im Tidebereich am offenen Meer bei Tarpon Springs, Florida, 24.01.2009, 0 m, 28° 09' 11 N, 82° 47' 25 W Abb. 4 Sträucher der Rhizophora mangle im Tidebereich am offenen Meer bei Tarpon Springs, Florida, 24.01.2009, 0 m, 28° 09' 11 N, 82° 47' 25 W

Abb. 5 Gewirr der Stelzwurzeln von Rhizophora mangle im Tidebereich auf Long Key, Florida, 16.10.2018, 0 m, 24° 48' 50 N, 80° 49' 36 W Abb. 6 Lange Stelzwurzeln der Rhizophora mangle im Tidebereich auf Long Key, Florida, 16.10.2018, 0 m, 24° 48' 50 N, 80° 49' 36 W

Abb. 7 Jungpflanze von Rhizophora mangle in der Brackwasserzone im Fairchild Botanical Garden, Miami, Florida, 25.10.2018 Abb. 8 Blüten von Rhizophora mangle mit Kron- und Kelchblättern. Darling National Wildlife Refuge auf Sanibel Island, Florida, 18.10.2018, 3 m, 26° 27' 31 N, 82° 07' 20 W

Abb. 9 Zahlreiche angewachsene Jungpflanze von Rhizophora mangle. Darling National Wildlife Refuge auf Sanibel Island, Florida, 18.10.2018, 2 m, 26° 27' 41 N, 82° 07' 59 W Abb. 10 Früchte von Rhizophora mangle mit langer Sprossachse. Darling National Wildlife Refuge auf Sanibel Island, Florida, 18.10.2018, 2 m, 26° 27' 41 N, 82° 07' 59 W


Der Gattungsname Rhizophora L. stammt von gr. "rhiza" (= Wurzel, Rhizom) und gr. "-phoros" (= -tragend), nach den Stelzwurzeln der Gattung. Das Epitheton mangle leitet sich ab von span. "mangle" (= Mangrove). Das englische "mangrove" ist ein Kunstwort aus "mangle" und "grove" (= Gehölz).

Die Rote Mangrove ist eine subtropische Art, die kaum für die Gewächshauskultur geeignet ist.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Rhizophora mangle. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/rhizophora-mangle.html am Tg.Mo.Jahr.

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