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Rubus phoenicolasius Maxim.
Japanische Weinbeere, Rosaceae - Rosengewächse
Beginn Frühsommerblüher, V–VII, 50–300 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Japanische Weinbeere stammt aus Japan, China und Korea und siedelt dort in Gehölzfluren, Gebirgstälern oder an Wegesrändern. In Mitteleuropa ist sie schon seit dem 18. Jahrhundert in Kultur. Es sind kräftige, bis 1–3 m hohe, laubabwerfende Sträucher mit zu Beginn aufrechten Trieben, die später überhängen und dann bewurzeln können. Die Stämmchen sind behaart, dicht mit gestielten Drüsen, rötlich-braunen Borsten und und locker mit Stacheln besetzt. Die Blätter sind 3-lappig, seltener 5-lappig und haben behaarte, mit Borsten und Stacheln besetzte Stiele. Ebenfalls mit rötlich-braunen Borsten und gestielten Drüsen bedeckt sind die endständigen Blütenstände. Die Blüten selber bleiben eher unscheinbar, immer nur vereinzelte sind geöffnet und haben weiße, unauffällige, lanzettliche Kronblätter. Später bilden sich rote, glänzende, rundliche Früchte.

Rubus phoenicolasius ist eine kulinarische Delikatesse mit sehr schmackhaften und auch von Kindern geliebten Früchten. Während des Frühsommers reifen sie über seinen mehrwöchigen Zeitraum, so dass man die klebrigen, aromatischen Früchte über längere Zeit genießen kann. Mancherorts sind die Pflanzen als Neophyten anzutreffen und haben stabile Bestände gebildet.



Abb. 1 Die Blüte von Rubus phoenicolasius ist unscheinbar mit weißen Kronblättern, Privatgarten, 15.06.2014 Abb. 2 Der Blütenstand von Rubus phoenicolasius ist mit rötlich-braunen Borsten und gestielten Drüsen bedeckt, Privatgarten, 15.06.2014

Abb. 3 Dreilappiges Blatt des Rubus phoenicolasius mit behaarten und Stacheln besetzten Blattstielen, Privatgarten, 15.06.2014 Abb. 4 Die Früchte des Rubus phoenicolasius erscheinen im Hochsommer sukzessive über mehrere Wochen hinweg, Privatgarten, 12.07.2014


Der Gattungsname Rubus L. wurde schon vorlinnäisch gebraucht, lat. "rubus" (= Brombeerstrauch). Das Epitheton phoenicolasius stammt von gr. "phoinix" (= purpurrot) und gr. "lasios" (= dichtbehaart) und beschreibt durchaus treffend die Merkmale der Sprossachse der Art.

Rubus phoenicolasius ist eine sehr dekorative Rubus-Art, die besonders als kulinarischer Exot einen festen Platz im Garten haben sollte, denn die süßen, milde schmeckenden und glänzend roten Früchte sind eine echte Rarität. Pflanzen Sie R. phoenicolasius an einen sonnigen Standort, wo er sich im Laufe der Jahre gut ausbreiten kann. Wegen der stacheligen Triebe ist es ratsam, einen gewissen Abstand von frequentierten Flächen zu halten. In der Pflege ist die Japanische Weinbeere unkompliziert und anspruchslos.

Abgeblühte Triebe können knapp über dem Boden zurückschnitten werden. Da die Japanische Weinbeere dazu neigt, mit den langen Trieben zu bewurzeln, wenn diese sich zunehmend verlängern und dann überhängend werden, kürzt man diese in etwa 1–1,5 m Höhe ein. Das regt die Verzweigung an, verhindert eine Verbuschung und führt zu einer wesentlich besseren Fruchtbildung.

Die Blüten ziehen zahlreiche Insekten an und während des Sommers haben wir immer wieder viele Wildbienen gesehen, die die Blüten anfliegen. Die Japanische Weinbeere ist hart bis Z 5.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Rubus phoenicolasius. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/rubus-phoenicolasius.html am Tg.Mo.Jahr.

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