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Selaginella involvens (Sw.) Spring
      synonym: Lycopodioides involvens (Sw.) Kuntze
                     Lycopodioides pennula Kuntze
                     Lycopodium caulescens Wall. ex Hook. & Grev.
                     Lycopodium involvens Sw.
                     Lycopodium microstachyum Desv. ex Poir.
                     Selaginella caulescens (Wall. ex Hook. & Grev.) Spring
                     Selaginella microstachya (Desv. ex Poir.) Hieron.
                     Selaginella pachystachys Koidz.
                     Selaginella pseudostauntoniana Pamp.
                     Selaginella warburgii Hieron.
Rollender Moosfarn, Rollender Zwergbärlapp, Selaginellaceae - Moosfarngewächse
bis 15cm hoch, 15–65 cm breit, (halb-)immergrün, mehrjährig

Der Rollende Moosfarn stammt aus dem großen Gebiet im ostasiatischen Raum. welches von der Himalayaregion bis Japan und die Philippinen reicht. Es sind immergrüne, aufrecht bis überhängend wachsende Pflanzen, die bevorzugt in schattigen Felshabitaten oder epiphytisch auf Bäumen in Höhen von 200–3.100 m über NN wachsen. In kalten Wintern kann der Rollende Moosfarn die Wedel verlieren. Anders als die Mehrzahl der Mooosfarne ist er besonders an trockenere Standorte angepasst. Die Stämmchen sind aufrecht, bis 2 mm dick, strohfarben, rundlich und haben typischerweise in den unteren Bereichen Rhizophore, bei denen es sich um modifizierte Sprosse handelt, die oberiridischen Wurzeln entsprechen. Bis zu 20 cm unterer Länge finden sich meist keine Zweige. Verzweigungen finden sich in den oberen bis 28 cm Länge, sind bis zu 3.Ordnung. Seitenzweige 1. Ordnung können bis 8 Paare von wechselständigen, bis 8 cm langen Seitenzweigchen aufweisen. Diese wiederum tragen Seitenzweige 2. und 3. Ordnung. Die Laubblätter auf dem Hauptstamm sind einheitlich, rötlich-grün, anliegend, breit oval, bis 3 mm, ganzrandig und spitz zulaufend. Die Blätter der Seitenzweige und dem terminalen Hauptstamm sind dimorph. Die seitenlichen Blätter sind oval-lanzettllich, bis 2 mm lang und ganzrandig.

Im Austrieb sind die unreifen Sprossachsen anfänglich, wie bei Farnen oft zu beobachten, eingerollt. Anders als Farne jedoch bilden sich bei Moosfarnen keine Sporangien, sondern Strobili (= Zapfen, ähnlich den Koniferen). Zapfen sind Blüten(-stände) mit verlängerter, verholzender Achse und verholzenden Tragblättern. Bei Selaginella involvens stehen die Zapfen einzeln terminal, sind bis 1,5 cm lang und 4-kantig.

Abb. 1 Seitenäste der Selaginella involvens im schattigen Unterwuchs einer Strauchrabatte. Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016 Abb. 2 Überhängende, dekorative Stämmchen der Selaginella involvens im schattigen Unterwuchs einer Strauchrabatte. Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016

Abb. 3 Frische, sich entrollende Sprossachse der Selaginella involvens von der Unetrseite. Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016 Abb. 4 Frische, sich entrollende Sprossachse der Selaginella involvens von oben. Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016


Der Gattungsname Selaginella P. Beauv. stammt von lat. "selago", einer dem Sadebaum, Juniperus sabina L., ähnlichen Sippe in Bezug auf die schuppenförmig anliegenden Laubblätter. Das Benennungsmotiv bleibt ungeklärt. Mit dem Deminutiv -ella wird angedeutet, dass es sich um kleinere Pflanzen als beim ähnlichen Tannenbärlapp, Selago L., handelt. Im Deutschen wird die Gattung neben Moosfarn auch Zwergbärlapp genannt. Das Epitheton involvens stammt von lat. "in-volvo" (= einwickeln), nach den umgerollten Sprossenden frischer Triebe.

Von Selaginella involvens gibt es nur wenige Freilandversuche in Mitteleuropa, die jedoch ermutigend sind. Nordamerikanische Gärtner ordnen die Art bis Z 7b ein, was mithin für milde Regionen in Mitteleuropa reichen könnte. Es sind Pflanzen mit attraktiver Architektur und dekorativ verzweigenden Stämmchen. Der Standort sollte schattig bis halbschattig sein, ruhig auch etwas trockener. Felsdesign, Alpinum oder Steingarten wären stilistisch passende Plätze im Exotengarten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Wagenitz, G. 2003: Wörterbuch der Botanik. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, 552 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Selaginella involvens. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/selaginella-involvens.html am Tg.Mo.Jahr.

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