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Selaginella moellendorffii Hieron.
     synonym: Lycopodioides filicinum Dill.
                    Lycopodioides minus Dill.
                    Lycopodioides moellendorffii (Hieron.) H.S. Kung
                    Selaginella hayatana Kümmerle
                    Selaginella subcaulescens Hayata
Moellendorffs-Moosfarn, Moellendorffs-Zwergbärlapp, Selaginellaceae - Moosfarngewächse
bis 15cm hoch, 20–55 cm breit, (halb-)immergrün, mehrjährig

Moellendorffs-Moosfarn stammt aus dem ostasiatischen Raum (China, Japan, Philippinen, Taiwan und Vietnam), wo die Pflanzen in Felshabitaten in Höhen von 100–1.500 m über NN wachsen. Man findet Moellendorffs-Moosfarn sowohl terrestrisch als auch auf reinem Fels. Meist sind die Pflanzen immergrün, können in kalten Wintern aber die Wedel verlieren. Je nach Standort bilden die Pflanzen unterirdische Rhizome oder Ausläufer, die sich insbesondere auf Felsen bewurzeln. Typischerweise finden sich in den unteren Bereichen der Stämmchen Rhizophore, bei denen es sich um modifizierte Sprosse handelt, die oberiridischen Wurzeln entsprechen. Die Stämmchen sind reich fiederartig verzweigt, strohgelb oder rötlich. Zudem gibt es unverzweigte Hauptstämmchen, die bis 25 cm lang und 3 mm im Durchmesser werden können. Die achselständigen Laubblätter sind oval, bis 2 mm groß und gezähnt. Die abaxialen Laubblätter sind rundlich-oval, bis 1,8 mm groß, meist parallel zur Rachis ausgerichtet und gezähnt. Die adaxialen Laubblätter sind oval bis 3-eckig, bis 2,4 mm groß, gezähnt und mit terminaler Spitze.

Anders als Farne bilden sich bei Moosfarnen keine Sporangien, sondern Strobili (= Zapfen, ähnlich den Koniferen). Zapfen sind Blüten(-stände) mit verlängerter, verholzender Achse und verholzenden Tragblättern. Bei Selaginella moellendorffii stehen die Zapfen einzeln terminal, sind bis 1,5 cm lang und 4-kantig.

Abb. 1 Sprossachsen der Selaginella moellendorffii im schattigen Unterwuchs einer Strauchrabatte. Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016 Abb. 2 Überhängende, dekorative Stämmchen von Selaginella moellendorffii im schattigen Unterwuchs einer Strauchrabatte. Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016


Der Gattungsname Selaginella P. Beauv. stammt von lat. "selago", einer dem Sadebaum, Juniperus sabina L., ähnlichen Sippe in Bezug auf die schuppenförmig anliegenden Laubblätter. Das Benennungsmotiv bleibt ungeklärt. Mit dem Deminutiv -ella wird angedeutet, dass es sich um kleinere Pflanzen als beim ähnlichen Tannenbärlapp, Selago L., handelt. Im Deutschen wird die Gattung neben Moosfarn auch Zwergbärlapp genannt. Das Epitheton moellendorffii wurde wahrscheinlich zu Ehren von 0tto von Moellendorff (1872–1903) etabliert, einem deutschen Förderer der Naturwissenschaften und Unterstützer der vom Autor Georg Hieronymus (1846–1921) herausgegebenen Zeitschrift Hedwigia.

Von Selaginella moellendorffii gibt es nur wenige Freilandversuche in Mitteleuropa, die jedoch ermutigend sind. Nordamerikanische Gärtner ordnen die Art bis Z 7b ein, was mithin für milde Regionen in Mitteleuropa reichen könnte. Es sind Pflanzen mit attraktiver Architektur und dekorativ geschwungenen Stämmchen. Der Standort sollte schattig bis halbschattig sein, immer leicht feucht und idealerweise im Unterwuchs von Sträuchern oder Bäumen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Wagenitz, G. 2003: Wörterbuch der Botanik. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, 552 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Selaginella moellendorffii. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/selaginella-moellendorffii.html am Tg.Mo.Jahr.

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