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Selaginella uncinata (Desv. ex Poir.) Spring
    synonym: Lycopodioides uncinata Kuntze
                    Lycopodium uncinatum Desv. ex Poir.
                    Selaginella aristata J. Scott
                    Selaginella caesia Kunze
                    Selaginella eurystachya Warb.
Pfauen-Moosfarn, Pfauen-Zwergbärlapp, Selaginellaceae - Moosfarngewächse
bis 15cm hoch, 50–100 cm breit, (halb-)immergrün, mehrjährig

Der Pfauen-Moosfarn stammt aus China, wo die Pflanzen in der Krautschicht von Wäldern oder Strauchgesellschaften bis auf 1.200 m über NN wachsen. Meist sind die Pflanzen immergrün, können in kalten Wintern aber die Wedel verlieren. Typischerweise trägt der Pfauen-Moosfarn in den unteren Bereichen der Stämmchen Rhizophore, bei denen es sich um modifizierte Sprosse handelt, die oberiridischen Wurzeln entsprechen und beim Pfauen-Moosfarn in den Achseln von Verzweigungen erscheinen. Die Stämmchen sind reich fiederartig verzweigt, grün-blau und terminal strohgelb. Sie zerbrechen leicht und können bewurzeln. Terminal sind die Stämmchen sichelförmig gebogen. Die Blättchen sind schillernd, metallisch mit weißem Rand. Achselständige Laubblätter sind größer als Stammblätter, nierenförmig, bis 4 mm breit, während die Stammblätter breit elliptisch oder rundlich sind und bis 2,8 mm breit.

Anders als Farne bilden sich bei Moosfarnen keine Sporangien, sondern Strobili (= Zapfen, ähnlich den Koniferen). Zapfen sind Blüten(-stände) mit verlängerter, verholzender Achse und verholzenden Tragblättern. Bei Selaginella uncinata sind die Zapfen bis 1 cm lang und deutlich 4-rippig.

Abb. 1 Sprossachsen der Selaginella uncinata im schattigen Unterwuchs einer Strauchrabatte. Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016


Der Gattungsname Selaginella P. Beauv. stammt von lat. "selago", einer dem Sadebaum, Juniperus sabina L., ähnlichen Sippe in Bezug auf die schuppenförmig anliegenden Laubblätter. Das Benennungsmotiv bleibt ungeklärt. Mit dem Deminutiv -ella wird angedeutet, dass es sich um kleinere Pflanzen als beim ähnlichen Tannenbärlapp, Selago L., handelt. Im Deutschen wird die Gattung neben Moosfarn auch Zwergbärlapp genannt. Das Epitheton uncinata stammt von lat. "uncinatus" (= hakenförmig), nach den sichelförmigen Endzweigen.

Von Selaginella uncinata gibt es nur wenige Freilandversuche in Mitteleuropa, die jedoch ermutigend sind. Nordamerikanische Gärtner ordnen die Art bis Z 6 ein. Es sind Pflanzen mit attraktiver Architektur und hübsch gefärbten Stämmchen. Hübsch sind Standorte, an denen die überhängenden Stämmchen zur Geltung kommen. Der Standort sollte schattig bis halbschattig sein, immer leicht feucht und idealerweise im Unterwuchs von Sträuchern oder Bäumen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Wagenitz, G. 2003: Wörterbuch der Botanik. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, 552 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Selaginella uncinata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/selaginella-uncinata.html am Tg.Mo.Jahr.

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