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Symphyotrichum cordifolium (L.) G. L. Nesom
  synonym: Aster cordifolius L.
                 Aster leiophyllus Porter
                 Aster lowrieanus Porter
                 Aster sagittifolius Wedem. ex Willd.
                 Symphyotrichum lowrieanum (Porter) G. L. Nesom
                 Symphyotrichum sagittifolium (Wedem. ex Willd.) G. L. Nesom
Herzblättrige Wald-Aster, Blaue Wald-Aster, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Herbstblüher, VIII–XI, 20–180 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Herzblättrige Wald-Aster stammt aus dem zentralen und östlichen Nordamerika, wo die Pflanzen in Wäldern, entlang von Wegen, an Gewässerrändern, auf Wiesen und Ruderalstandorten in Höhen von 0–1.200 über NN wachsen. Es sind sommergrüne Pflanzen mit einem kurzen, verzweigenden Rhizom, aus dem einer oder mehrere Sprossachsen entspringen können, oder sie wachsen als Pleiokormstaude, erneuern sich aus dem Wurzelhals. Basal können die Pflanzen verholzen. Die Stängel sind mehr oder weniger aufrecht, rötlich bis braun, kahl oder gelegentlich behaart. Die Laubblätter sind mehr oder weniger scharf gesägt, mehr oder weniger herzförmig, oberseits meist rauh und kahl oder spärlich behaart, unterseits kahl oder rauhhaarig, 3–15 cm lang, 1,5–7,5 cm breit. Untere Laubblätter sind oval bis fast rund, zur Blütezeit oft verwelkt, gelegentlich bilden sich dann schon neue basale Rosetten für das kommende Jahr. Oberste Laubblätter können zur Blütezeit manchmal auch verwelken, sie sind oft oval, sitzend, nach oben hin oft reduziert. Die Blattstiele sind geflügelt. Der Blütenstand ist eine wenig- oder vielköpfige, lockere Gesamtrispe mit wenigen linearen bis lanzettliche Hochblättern an den Zweigen. Die Blütenkörbchen sind 1–1,6 cm im Durchmesser mit 0,3–2 cm langen, behaarten Stielen. Es finden sich 10–20 blaue, purpurfarbene oder weißbläuliche, 6–10 mm lange Strahlenblüten und 10–20 cremefarbene, gelbliche oder etwas purpurfarbene, 3–5 mm lange Röhrenblüten. Die Hüllblätter des Blütenkörbchens stehen in 3–6 Reihen, sind linear bis lanzettlich, spitz, etwa 3 mm lang, mit lanzettlichem, grünem Feld in der oberen Hälfte. Später bilden sich Früchte mit weißem oder rosafarbenem, 2,5–4,5 mm langem Pappus ("Fallschirm").


Abb. 1 Hell rot-bläuliche Blütenköpfchen des Symphyotrichum cordifolium. Am Ufer des Dry River, George Washington National Forest, Virginia, 12.10.2019, 510 m, 38° 30' 23 N 79° 02' 53 W Abb. 2 Hell rosafarbene Blütenköpfchen des Symphyotrichum cordifolium mit gelben und braun-purpurfarbenen Röhrenblüten. Am Appalachian Tril, Southern River Falls, Shenandoah, Virginia, 09.10.2019, 765 m, 38° 22' 58 N 78° 30' 05 W


Abb. 3 Laubblätter von Symphyotrichum cordifolium mit leicht geflügeltem Rand. Am Southern River Falls, Shenandoah, Virginia, 09.10.2019, 765 m, 38° 22' 47 N 78° 29' 53 W Abb. 4 Blütenstand von Symphyotrichum cordifolium mit hell violetten Blüten. Am Southern River Falls, Shenandoah, Virginia, 09.10.2019, 765 m, 38° 22' 47 N 78° 29' 53 W


Der Gattungsname Symphyotrichum Nees leitet sich ab von gr. "symphyein" (= zusammenwachsen) und gr. "thrix" (= Haar), nach dem basal zusammengewachsenen Haarring des Pappus eines S. novi-belgii (L.) G. L. Nesom, das Nees untersuchte ("Pappus pluriseralis, radiis piliformibus denticulatis in annulum solubilem basi coniunctis"). Allerdings ist dieses Merkmal weder durchgängig bei der Art, noch innerhalb der Gattung vorhanden. Der Gattungsname wurde dennoch beibehalten, da er Vorrang hatte und die überwiegende Zahl amerikanischer Astern sich von einer anderen Stammart herleitet als die eurasischen, die in der Gattung Aster L. verblieben. Das Epitheton cordifolium stammt von lat "cor" (= Herz) und lat. "-formis" (= -förmig), nach dem herzförmigen Blattgrund besonders der mittleren Stängelblätter.

Symphyotrichum cordifolium wird schon seit 1635 oder 1759 in Europa kultiviert und ist besonders für Gehölzpflanzungen oder naturnahe Arrangements geeignet. Es lässt sich hervorragend mit anderen herbstblühenden Astern kombinieren und ist vollständig winterhart.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Symphyotrichum cordifolium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/symphyotrichum-cordifolium.html am Tg.Mo.Jahr.

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