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Telopea truncata (Labill.) R. Br.
Tasmanische Telopea, Proteaceae - Proteagewächse
Südsommerblüher, IX–II, 1,5–3(–10) m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Tasmanische Telopea ist endemisch auf Tasmanien, wo sie in den zentralen und südwestlichen Mittelgebirgen in Höhen von 600–1.200 m über NN wächst. Bevorzugt werden feuchte Hartlaubwälder und subalpine Strauchgesellschaften auf feuchten, sauren Böden besiedelt. Es sind immergrüne, aufrecht waschende Sträucher, seltener kleine Bäume, meist mit zahlreichen sich verzweigenden Stämmen. Wie viele andere Arten der Proteagewächse bildet Telopea truncata auch einen Lignotuber, eine basale Schwellung des Stammes, die Nährstoffe und Wasser speichert und aus der die Pflanzen nach Buschfeuern zügig regenerieren können. Allerdings liegt der Lignotuber meist im Boden verborgen und ist nicht wie bei anderen Proteagewächsen sichtbar. Die schmalen, länglich ovalen bis spatelförmigen Laubblätter werden bis 14 cm lang und sind glattrandig. Die Blüte erscheint am Naturstandort im Südsommer, während sie in Kultur auf der Nordhalbkügel starkt schwankend erscheint. Die Blütenstände sind bis 6 cm im Durchmesser, tragen 10–35 hell rot leuchtende Einzelblüten; selten sind gelbliche oder weißgrüne Blüten zu beobachten. Später bilden sich Balgfrüchte, die zahlreiche geflügelte, braune Samen enthalten.


Abb. 1 Spatelförmige Laubblätter und Sprossspitzen der Telopea truncata, Privatgarten, 16.08.2008 Abb. 2 Hell rot leuchtender Blütenstand einer Telopea spec., Privatgarten, 25.04.2009

Abb. 3 Laubblätter der Telopea truncata, die während einer Hitzewelle und starker Sonneneinstrahlung Hitzeschäden entwickelten, Privatgarten, 05.07.2015 Abb. 4 Ungewöhnlich und ebenfalls sehr hübsch: eine weißblühende Telopea truncata, Privatgarten, 30.04.2017


Der Gattungsname Telopea R. Br. leitet sich ab von gr. "telopos" (= aus der Ferne sichtbar) und beschreibt die weithin sichtbaren, farbenfrohen Blütenstände der Gattung. Das Epitheton truncata stammt von lat. "truncatus" (= gestutzt, verstümmelt, beschnitten), nach den geflügelten Samen, die wie gestutzt aussehen, gleichwohl dies kein ausschließliches Merkmal ist und auch bei anderen Telopea-Arten vorkommt.

Telopea truncata ist ein sehr attraktives Proteagewächs, welches problemlos schwache Fröste im einstelligen Bereich toleriert. Bisherige Versuche im Freiland waren jedoch kaum über einen längeren Zeitraum erfolgreich. Von daher sollte bei einem Versuch im Freiland Schutz angebracht werden: Umwickeln der Pflanze in der kältesten Winterzeit und eventuell bedarfsweise eine Wärmequelle. Nichtsdestotrotz ist die Tasmanische Telopea eine hervorragende Kübelpflanze, ausgesprochen robust, prächtig blühend und lässt sich einfach im kalten Gewächshaus oder dem Wintergarten mit etwas Umluft über die dunkle Jahreszeit bringen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Telopea truncata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/telopea-truncata.html am Tg.Mo.Jahr.

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