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Trachycarpus oreophilus Gibbons & Spanner
Thai-Hanfpalme, Doi Chiang Dao-Palme, Arecaceae - Palmen
Frühlingblüher, IV–VI, bis 12 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Thai-Hanfpalme stammt aus einem kleinen Gebiet in Nord-Thailand, wo die Pflanzen in der montanen Regionen des Berges Doi Chiang Dao auf offenen Felsstandorten in Höhen von 1.700–2.130 m über NN gedeihen. Die Pflanzen wachsen unverzweigt mit 10-15 cm im Durchmesser schlanken, braunen und von Rignarben der abgefallenen Blattscheiden bedeckten Stämmen. Nur an juvenilen Exemplaren ist der Stamm von faserigen Blattscheiden bedeckt. Die Blattkrone besteht aus bis zu 20 Blättern. Von den Blattscheiden desintegrieren Fasern, die nicht zu zungenförmigen Anhängseln auslaufen, wie es bei anderen Arten der Gattung Trachycarpus H. Wendl. zu beobachten ist, sondern frei enden. Die Blattstiele sind gezähnt und weisen abaxial eine feine gelbe Linie auf. Die Blattspreite (Lamina) ist im Umriss fast kreisförmig, in bis zu 60 Segmente bis etwa zur Segmentmitte geteilt. Die Früchte sind nierenförmig, gelb im Reifezustand, später braun. Als einzige Art der Gattung neigt das Fruchtfleisch rasch zum Verrotten und die Samen verfaulen dann schnell bei Zimmertemperatur.

Abb. 1 Juvenile Pflanze des Trachycarpus oreophilus mit vollständig von Fasern und Blattscheiden bedektem Stamm, Doi Chiang Dao, Thailand, 25.05.2005, Photo R. Meeldijk Abb. 2 Erwachsene Pflanze des Trachycarpus oreophilus mit den kreisförmigen Laubblättern, Doi Chiang Dao, Thailand, 25.05.2005, Photo R. Meeldijk


Der Gattungsname Trachycarpus H. Wendl. leitet sich ab von gr. "trachys" (= rauh) und gr. "karpos" (= Frucht), was wahrscheinlich auf die relativ "harten" Früchte der Pflanze abzielt. Möglich erscheint auch ein Benennungsmotiv nach den rauhen Stammfasern und den davor liegenden Fruchtständen mit ihren Beeren. Das Art-Epitheton oreophilus stammt von gr. "oreos" (= Berg) und gr. "philos" (= Freund), nach dem Fundort der Art auf einem Berg, gleichwohl dies kein Alleinstellungsmerkmal der Doi Chiang Dao-Palme ist, sondern alle anderen Arten der Gattung ebenfalls aus collinen und montanen Habitaten stammen.

Die Doi Chiang Dao-Palme findet sich nur selten in Kultur, da das Sammeln von Saat wegen der empfindlichen Früchte schwierig ist. Von den wenigen Pflanzen in Kultur in Mitteleuropa ist bekannt, dass diese sehr langsam als Sämling wachsen und nach vielen Jahren, mithin erst viel später als andere Arten der Gattung, "erwachsene", in Segmente geteilte Blätter bilden. In jungen Jahren sind die Laubblätter beidseits grün, erst später bildet sich die grau bereifte Blattunterseite. Wahrscheinlich wachsen die Pflanzen besser auf kalkhaltigem Grund.

Da am Naturstandort eher ein frostfreies Klima herrscht, dürfte die Art über eine nicht sehr ausgeprägte Frosttoleranz verfügen. In Südeuropa haben einige Exemplare schon einstelligen Minusgrade überlebt. Es ist eine Winterhärte bis Z 9 anzunehmen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Trachycarpus oreophilus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/trachycarpus-oreophilus.html am Tg.Mo.Jahr.

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