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Trientalis europaea L.
Europäischer Siebenstern, Primulaceae - Primelgewächse
Frühlingblüher, IV–VI, 10–20(–25) cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Europäische Siebenstern ist in Mitteleuropa nur mäßig häufig und besiedelt gerne gehölzreiche Übergangsmoore und Bruchwälder, Hainsimsen-Buchenwälder, bodensaure Eichenmischwälder und Fichtenwälder. Er breitet sich über unterirdische Ausläufer aus und bildet so größere, zusammenhängende Bestände. Das Rhizom ist dünn und bildet am Ende Knollen, die Überwinterungsorgane, aus denen im Frühjahr die Pflanzen treiben. Im Winter löst sich meist die Verbindung der Rhizome, so dass im Laufe der Zeit individuenreiche Klonhaufen enstehen. Jeder Stängel besitzt 1–3 weiße, siebenteilige Blüten an einem langen dünnen Stiel, mit sehr schmalen, grünen Kelchblättern. Die Blätter sind ganzrandig und bilden endständig einen kleinen Quirl. Zum Spätsommer zeigen sich kleine, weiß bereifte, fußballähnliche Früchte.


Abb. 1 Trientalis europaea im zeitigen Frühjahr, in einem dichten Adlerfarnbestand. Die Pflanzen blühen noch bevor die großen Farne voll entrollt sind, Wuppertalsperre, 304 m, 51° 10' 24 N, 07° 18' 10 O Abb. 2 Die 7-teilige Blüte der Trientalis europaea mit ihren hell-weißen Kronblättern, Privatgarten

Abb. 3 Bei Trientalis europaea erscheinen 1–3 Blüten je Stängel. Hier ein Exemplar mit 3 Blüten in einem Privatgarten Abb. 4 Zum Sommer bilden sich bei Trientalis europaea grau-weiße, fußballähnliche Früchte. Die Kelchblätter bleiben lange erhalten, Privatgarten

Abb. 5 Exemplar der Trientalis europaea mit 3 noch geschlossenen Blüten, wie Abb. 1, Wuppertalsperre, 304 m, 51° 10' 24 N, 07° 18' 10 O Abb. 6  Individuenreicher Bestand derTrientalis europaea, wie Abb. 1, Wuppertalsperre, 304 m, 51° 10' 24 N, 07° 18' 10 O

Abb. 7 Unterseite der Blüte von Trientalis europaea mit den linealen, sehr schmalen (subulaten) Kelchblättern, Privatgarten


Trientalis europaea ist eine kleine Pflanze die außerhalb der Blütezeit leicht übersehen wird. Oft "verschwinden" die Bestände auch mit der dichter werdenden Krautschicht im Sommer.

Nicht eindeutig geklärt ist die Herkunft des Gattungsnamens Trientalis L. Mögliche Deutungen wären 1. der Bezug auf das siebenzählige Perigon und das Verbreitungsgebiet in Nord- und Mitteleuropa durch lat. "triones" = die sieben Sterne im Sternbild des Großen Bären oder 2. der Bezug auf die Größe der Pflanze anhand des lat. "trientalis" = vier Zoll, was etwa 10 cm entspräche.

Für den Garten ist Trientalis europaea eine interessante Pflanze, da sie im Staudenbeet einen vorsommerlichen Flor bringt, wenn viele andere Arten noch nicht in Blüte sind. Konkurrenzdruck wird relativ gut toleriert. Der Boden sollte leicht sauer oder neutral sein, gerne mullreich und immer leicht feucht, aber ohne Staunässe. Ein dekorativer Einsatzbereich wären Farnbeete oder Laubholz-Pflanzungen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Trientalis europaea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/trientalis-europaea.html am Tg.Mo.Jahr.

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