Startseite

Trochodendron aralioides Sieb. & Zucc.
Radbaum, Trochodendraceae - Radbaumgewächse
Frühlingblüher, II–V, 6–10(–20) m hoch, immergrün, mehrjährig

Der Radbaum stammt aus Ostasien (Japan, Korea und Taiwain), wo die Pflanzen in Mischwäldern der Mittelgebirge auf Höhen von 1.000–3.000 m über NN wachsen. Meist werden Radbäume nur bis 6–10 m hoch, an günstigen Standorten können auch bis 20 m Höhe erreicht werden. Die Pflanzen sind immergrün, wachsen aufrecht oder ausladend. Die Laubblätter finden sich vorwiegend an den Zweigenden und sind ind en unteren, älteren Partien unbelaubt. Dies bewirkt ein typisches pagodenartiges Aussehen der Bäume. Die Laubblätter sind 5–8 cm lang, länglich oder rhomboid, randständig gesägt und grün bis gelb-grün. Junge Laubblätter sind anfänglich hellrot bis kupferfarben. Die Blütenstände sind traubig, aufrecht und unauffällig grün. Die Gattung ist phylogenetisch sehr alt und weist relativ einfache Blüten ohne Kronblätter auf. Bei näherer Betrachtung sind die Blüten ungewöhnlich, denn die Staubbeutel sind radförmig an einer kleinen zentralen Scheibe angeordnet. Später bilden sich kresirunde Sammelbalgfrüchte, die an der Bauchnaht aufreißen und die Samen freigeben. Oft verbleiben die alten Fruchtstände 1–2 Jahre an der Pflanze.



Abb. 1 Ledrige, grüne, rhomboide Laubblätter des Trochodendron aralioides im Botanischen Garten Freiburg, 04.04.2010 Abb. 2 Fruchtstände mit den Sammelbalgfrüchten von Trochodendron aralioides im Botanischen Garten Münster, 22.06.2013

Abb. 3 Ausladend wachsender Strauch des Trochodendron aralioides im Botanischen Garten Münster, 22.06.2013 Abb. 4 Habitus eines erwachsenen Baumes des Trochodendron aralioides im Botanischen Garten Freiburg, 02.04.2013

Abb. 5 Vertrocknete, ältere Fruchtstände des Trochodendron aralioides im Botanischen Garten Freiburg, 02.04.2013 Abb. 6 Der Neuaustrieb der Laubblätter von Trochodendron aralioides ist rötlich bis kupferfarben, Privatgarten, 17.05.2016

Abb. 7 Braune Borke des Trochodendron aralioides im Botanischen Garten Düsseldorf, 10.02.2016 Abb. 8 Habitus eines jungen Strauches des Trochodendron aralioides im Botanischen Garten Düsseldorf, 10.02.2016

Abb. 9 Blütenstand des Trochodendron aralioides im Botanischen Garten Düsseldorf, 25.05.2016 Abb. 10 Blüte von Trochodendron aralioides mit den radförmig angeordneten Staubfäden. Botanischer Garten Düsseldorf, 10.02.2016



Der Gattungsname Trochodendron Sieb. & Zucc. leitet sich ab von gr. "trochos" (= Rad) und gr. "dendron" (= Baum), was sich auf die ringförmig angeordneten Staubblätter bezieht. Das Art-Epitheton aralioides leitet sich von  der Pflanzengattung Aralia L. und gr. "-oeides" (= -ähnlich) ab, was sich auf den ähnlichen, baum Habitus des Radbaums mit vielen Arten der Araliae bezieht.

Wahrscheinlich ist der Radbaum bis Z 6 winterhart, gleichwohl bisher erfolgreicher Langfristanbau lediglich in milderen Regionen bekannt ist. Wenn Pflanzen absterben oder Winterschäden entwickeln, ist dies meist nicht durch Fröste allein bedingt, sondern oft durch ausgeprägte Trockenheit oder zu starke winterliche Sonneneinstrahlung. Ideal wäre ein immer leicht feuchter, auch humusreicher, durchlässiger Boden. Saure oder neutrale Böden werden bevorzugt. Als Standort wählt man einen halbschattigen Platz ohne Mittagssonne, insbesondere ohne längere Wintersonnephasen. Unschön oder sparrig wachsende Exemplare werden im Frühjahr vor dem Wachstum geschnitten. Auch ein deutlicher Rückschnitt ist möglich. Am besten erfolgt dieser direkt oberhalb schlafender Knospen.

Referenzen

Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Demes, B. 2013: Trochodendron aralioides Siebold & Zucc., der Radbaum. – Hortus Exot., 13, 3–6.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Trochodendron aralioides. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/trochodendron-aralioides.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de