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Tupistra grandistigma F. T. Wang & S. Yun Liang
Schwarze Rohdea, Liliaceae - Liliengewächse
                   Asparagaceae - Spargelgewächse
                   Convallariaceae - Maiglöckchengewächse
Sommerblüher, III–V, 30–70 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Schwarze Rohdea stammt aus Süd-China und Nord-Vietnam, wo die Pflanzen in der Krautschicht der Wälder in Höhen von etwa 1.600 m über NN wachsen. Es sind immergrüne Pflanzen mit einem kurzen, horizontal wachsenden Rhizom, über das sich die Art ausbreitet. Das Rhizom ist 1,5–2 cm dick, kurz aufsteigend und mit dichten Knoten besetzt. Meist werden nur wenige, 3–5 (selten mehr), basale, 2–5 cm gestielte Laubblätter gebildet, die 65–110 cm lang, 7,5–12 cm breit, länglich oval, grün, fast ledrig und kahl sind. Die Blütenstände erscheinen meist intrafoliar, sind dicht mit Blüten besetzt in 6–16 cm langen Ähren, die an einem 5–15 cm Blütenstandstiel erscheinen. Die Einzelblüten haben jeweils 1 kleine, 3-eckige, bis 1,8 mm langen Hochblatt, sind glockenförmig, etwa 1,4 cm lang, verwachsen zu einer etwa 5 mm langen Röhre und haben bis 1 cm lange, lanzettliche, schwarz-purpurfarbene, fleischige Abschnitte. Typischerweise sind die Stempel an der Narbe kopfförmig und 6–7 mm breit. Später bilden sich bis 2 cm große, kugelige Beeren.

Abb. 1 Sich entwickelnder, frischer Blütenkolben von Tupistra grandistigma, Privatgarten, 01.05.2018


Der Gattungsname Tupistra Ker Gawl. ist wahrscheinlich ein phonetisches Anagramm des Volksnamens "Dipa Talo", wie er in Nordostindien gebräuchlich ist. Das Epitheton grandistigma stammt von lat. "grandis" (= groß) und lat. "stigma" (= Mal, Narbe), nach den vergrößerten Narben (Stigma) der Stempel (Pistill).

Mit Tupistra grandistigma gibt es bisher keine Freilanderfahrungen in Mitteleuropa. Theoretisch sollten Pflanzen ohne Winterschutz bis Z 8 winterhart sein. Hilfreich dürfte eine Mullauflage im Winter sein. Der Boden sollte locker, auch kalkhaltig sein. Als Standort eignet sich ein halbschattiger Platz unter Gehölzen, zusammen mit Farnen und anderen immergrünen Schattenexoten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Tupistra grandistigma. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/tupistra-grandistigma.html am Tg.Mo.Jahr.

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