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Tupistra wattii (C. B. Clarke) Hook. f.
  synonym: Campylandra wattii C. B. Clarke
                 Rohdea wattii (C. B. Clarke) Yamashita & M. N. Tamura
Watts Rohdea, Liliaceae - Liliengewächse
                   Asparagaceae - Spargelgewächse
                   Convallariaceae - Maiglöckchengewächse
Frühlingblüher, II–V, 10–35 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Watts Rohdea stammt aus der Himalaya-Region in einem Areal von Nordost-Indien über Bhutan und China, wo die Pflanzen in der Krautschicht feuchter Wälder oder entlang von Gewässern in Höhen von 800–2.800 m über NN wachsen. Es sind immergrüne Pflanzen mit einem horizontal wachsenden Rhizom, über das sich die Art ausbreitet. Das Rhizom ist rund, 0,8–1,2 cm dick, mehr oder weniger gebogen, kurz aufsteigend und locker mit Knoten besetzt. Meist werden 3–10 basale, 3–10 cm lang gestielte Laubblätter gebildet, die 6,5–20 cm lang, 3–7 cm breit, oval bis elliptisch-lanzettlich, grün, papierartig und kahl sind. Der Blütenstand ist eine 2,5–6 cm lange Ähre mit einem 1,5–2,5 langen Blütenstandsstiel. Die Hochblätter der fertilen Blüten sind 1,2–1,8 cm lang (selten bis 5 cm), 2–4 mm breit und lanzettlich. Die Blüten sind 3–5 mm anf mit rotbraunen oder gelb-grünen, breit ovale, bis 4 mm breiten, fleischigen Lappen. Später bilden sich kugelige, rote, 0,9–1,1 cm große Beeren.

Manche Autoren erkennen Campylandra wattii als das gültige Binomen an.


Abb. 1 Blütenstand von Tupistra wattii mit beginnender Fruchtbildung, Privatgarten, 02.05.2018


Der Gattungsname Tupistra Ker Gawl. ist wahrscheinlich ein phonetisches Anagramm des Volksnamens "Dipa Talo", wie er in Nordostindien gebräuchlich ist. Das Epitheton wattii wurde zu Ehren von George Watt (1851–1930) etabliert, einem schottischen Botaniker der in Indien forschte.

Von Tupistra wattii gibt es bisher kaum Freilanderfahrungen in Mitteleuropa. Entsprechend des Naturstandortes könnte sie dennoch einiges an Frost vertragen. Um sicher zu gehen, wäre eine Mullauflage im Winter zu empfehlen. Hier gibt es sicherlich noch ein weites Experimentierfeld. Ideal dürfte ein lockerer, auch kalkhaltiger Boden sein, am besten halbschattig unter Gehölzen oder zusammen mit Farnen und anderen immergrünen Schattenexoten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Tupistra wattii. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/tupistra-wattii.html am Tg.Mo.Jahr.

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