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Ulmus glabra Huds.
Berg-Ulme, Weißrüster, Ulmaceae, Ulmengewächse
Winter-Vorfrühlingblüher, XII–III, 30–40 m hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Berg-Ulme ist in Mitteleuropa mäßig häufig und siedelt gerne in Laubmischwäldern auf lockeren und nährstoffreichen Böden in kühl-humiden Lagen der Mittelgebirge, aber auch im nordöstlichen Tiefland oder gelegentlich in Fluß- und Stromtälern. Es sind große Bäume mit breiter, oft mehrteiliger Krone und mehrstämmigem Wuchs. Die Borke ist graubraun, längsrissig und an älteren Exemplaren oft glatt. Die Blätter sind wechselständig, zweizeilig angeordnet und haben den für Ulmen tyischen, am Grunde schiefen Umriss. Die Blattränder sind doppelt gesägt. Die Blüten erscheinen im Winter, bei mildem Wetter manchmal schon im Dezember und stehen zu 4 in Büscheln, haben 5 rot-braune kleine Perigonblätter und tragen zahlreiche rötlich-gelbe Staubgefäße. Die Früchte sind Flügelnüsse, die sich oft schon vor dem Laubaustrieb bilden. Bei der Berg-Ulme liegt der Same zentral in der Frucht.


Abb. 1 Blütenstand der Ulmus glabra in den Wupperauen, Leverkusen-Opladen, 04.03.15, 49 m, 51° 04' 36 N, 07° 00' 13 O Abb. 2 Verteilung der Blütenstände an einem Zweig der Ulmus glabra, Wupperauen, Leverkusen-Opladen, 19.01.2014, 49 m, 51° 04' 36 N, 07° 00' 13 O

Abb. 3 Junge Früchte einer Ulmus glabra in einem Gehölzstreifen in Stirpe, Westfalen, 22.04.2017, 89 m, 51° 37' 22 N, 08° 18' 50 O Abb. 4 Wuchsbild der Zweige zur Blütezeit von Ulmus glabra in den Wupperauen, Leverkusen-Opladen, 04.03.2015, 49 m, 51° 04' 36 N, 07° 00' 13 O

Abb. 5 Borke einer erwachsenen Ulmus glabra, Wupperauen, Leverkusen-Opladen, 20.05.15, 52 m, 51° 04' 50 N, 07° 00' 16 O Abb. 6 Laubblatt von Ulmus glabra, Wupperauen, Leverkusen-Opladen, 20.05.15, 52 m, 51° 04' 50 N, 07° 00' 16 O

Abb. 7 Habitus einer jungen Ulmus glabra in den Wupperauen, Leverkusen-Opladen, 20.05.2015, 49 m, 51° 04' 36 N, 07° 00' 13 O Abb. 8 Blätter und Früchte von Ulmus glabra, Wupperauen, Leverkusen-Opladen, 20.05.15, 56 m, 51° 04' 50 N, 07° 00' 20 O

Abb. 9 Blätter von Ulmus glabra, Wupperauen, Leverkusen-Opladen, 20.05.15, 56 m, 51° 04' 50 N, 07° 00' 20 O Abb. 10 Dichter Fruchtbehang einer Ulmus glabra in einem Gehölzstreifen in Stirpe, Westfalen, 22.04.2017, 89 m, 51° 37' 22 N, 08° 18' 50 O

Der Gattungsname Ulmus L. existierte schon vorlinnäisch, lat. "ulmus" (= Ulme), und stellt die etymologische Wurzel der deutschen und englischen ("elm") Namen dar. Das Epitheton glabra stammt von lat. "glaber" (= glatt) und referiert womöglich auf die unbewimperten Früchte oder die glatte Borke älterer Bäume. Der deutsche Name erschließt sich aus der Nutzung des Holzes für Furnier, Radbau oder Parkett wo es als Rüster bezeichnet wird. Es zeichnet sich durch eine feine, gleichmäßige Maserung aus und ist gut biegsam.

Die Berg-Ulme ist ein gelegentlich gepflanzter Park- oder Alleebaum. Für den Garten bieten sich klein bleibende Sorten an, da die Bäume ansonsten die Dimensionen eines gewöhnlichen Einfamilienhausgartens schnell sprengen. Passende Sorten hierfür wären beispielsweise 'Camperdownii' mit überhängenden Ästen oder 'Nana' mit kaum mehr 3 m Höhe.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Ulmus glabra. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ulmus-glabra.html am Tg.Mo.Jahr.

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