Startseite

Vaccinium oxycoccus L.
Gewöhnliche Moosbeere, Ericaceae - Heidegewächse
Ende Vollfrühlingblüher, V–VIII, 2–6 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Gewöhnliche Moosbeere tritt in Mitteleuropa mäßig häufig und siedelt fast ausschließlich in gehölzfreien Hochmooren oder an sauren Kolken. Sie ist ein kriechender Zwergstrauch mit bis 1 m langen, fadenförmigen Trieben, die sich über Torfmoospolster ausbreiten und bewurzeln können. Ab Mai blühen die Pflanzen mit kleinen, hellroten Blüten, die eine sehr lange, über zwei Wochen dauernde Blühdauer haben können. Charakteristisch sind die zurückgeschlagenen Kronblätter, die den einfachen Stempel frei geben. Zum Herbst bilden sich gelbe bis rote, sauer bis leicht bitter schmeckende Früchte, die den Winter über an den Pflanzen verbleiben können. Nur noch gelegentlich werden diese Beeren in der Küche verwendet, zumal die Wildbestände weit überwiegend in Naturschutzgebieten liegen.


Abb. 1 Vaccinium oxycoccus, Botanischer Garten Münster, 66 m, 51° 57' 48 N, 07° 36' 41 O Abb. 2 Vaccinium oxycoccus, Botanischer Garten Münster, 66 m, 51° 57' 48 N, 07° 36' 41 O


Die Identifizierung des Vaccinium oxycoccus ist recht einfach, wenn man den Standort, den niederligenden Wuchs  und die typischen Blüten sieht.

Die Ableitung des Gattungsnamens Vaccinium L. ist nicht gesichert. Linné übernahm ihn von J. Bauhin, der damit meinte: "Oxycoccus sive Vaccinia palustris". Auf welche Arten sich der Plural "Vaccinia" bezieht, bleibt unklar, da schon in der Antike "Vaccinium" als Synonym für lat. "hyacinthus" galt, was botanisch nicht passen kann. Das Epitheton oxycoccus stammt von gr. "oxys" = sauer, spitz und gr. "coccos" = Kern von Baumfrüchten. Hiermit sind die säuerlichen Früchte gemeint.

Vaccinium oxycoccus sind dekorative, immergrüne Pflanzen für den Garten, besonders geeignet an feuchten Stellen, für Moorpflanzungen oder Heidearrangements. Wenn der Boden kalkarm ist und die Pflanzen sonnig bis nur gering schattig stehen, können sie gut als Bodendecker mit winterlichem Beerenschmuck eingesetzt werden. Natürlich ergibt sich dann auch die Option, die Beeren nach den Frösten zu sammeln und zu Wildgerichten, ähnlich der Preiselbeere zu verwenden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Vaccinium oxycoccus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/vaccinium-oxycoccus.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de