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Verbascum sinuatum L.
Gewelltblättrige Königskerze, Buchtige Königskerze, Scrophulariaceae - Braunwurzgewächse
Frühling-, Sommerblüher, IV–X, 50–100 cm hoch, immergrün, zwei-(mehr-)jährig

Die Gewelltblättrige Königskerze stammt aus dem Mitttelmeergebiet bis zum Schwarzuen Meer, einzelne Vorkommen sind auch auf den Kanaren und am Kaspischen Meer bekannt. Sie siedelt auf Trockenrasen, thermophilen Säumen, Ruderalflächen und entlang von Wegrändern. Es sind meist zweijährige Pflanzen, die im ersten Jahr mit einer grundständigen Rosette überwintern. Im zweiten Jahr wachsen die Pflanzen kräftig in die Höhe und blühen an einem bis zu 100 cm hohen, langgestreckten, verzweigenden Blütenstand. Nach der Saison sterben die Pflanzen in der Regel ab. Die Überwinterungsrosette weist typische, leicht identifizierbare Laubblätter auf, da diese buchtig gelappt und mehr oder weniger gewellt sind. Die Stängelblätter sind nur wenig gewellt, mit breitem Grund, sitzend und etwas herablaufend. Der Blütenstand ist ästig. Die Blüten sind 1,5–3 cm im Durchmesser, stehen in Büscheln zu 2–5 in den Achseln kleiner Tragblätter und haben eine gelbe Krone, die am Grund oft rötlich gefleckt ist. Die Filamente sind violett und behaart, bis zu 2 davon können oben kahl sein. Nach der Blüte entwickeln sich eiförmige Kapselfrüchte, die zahlreiche kleine, braune Samen enthalten.

Abb. 1 Die Blüten des Verbascum sinuatum stehen zu 2–5 in den Achseln kleiner Tragblätter. Auf einer Lichtung im Hartlaubwald nahe der Cala Pira, Sardinien, 114 m, 39° 10' 07 N 09° 33 09 O, 17.10.2016 Abb. 2 Die Filamente von Verbascum sinuatum sind violett. Auf einer Lichtung im Hartlaubwald nahe der Cala Pira, Sardinien, 114 m, 39° 10' 07 N 09° 33 09 O, 17.10.2016

Abb. 3 Überwinterungsrosette des Verbascum sinuatum mit den typischen gewellten Laubblättern. Auf einer Lichtung im Hartlaubwald nahe der Cala Pira, Sardinien, 114 m, 39° 10' 07 N 09° 33 09 O, 17.10.2016 Abb. 4 Trag- und Kelchblätter von Verbascum sinuatum sind mehr oder weniger wollig behaart. Auf einer Lichtung im Hartlaubwald nahe der Cala Pira, Sardinien, 114 m, 39° 10' 07 N 09° 33 09 O, 17.10.2016



Der Gattungsname Verbascum wurde von Linné aus dem Lateinischen übernommen, lat. "verbascum" (= Königskerze), und bezog sich ursprünglich wahrscheinlich auf V. nigrum, später dann in der Antike auch auf weitere Arten der Gattung. Das Epitheton sinuatum stammt von lat. "sinuatus" (= gebuchtet, gekrümmt), nach den gewellten und gebuchteten Laubblättern.

Sehr vereinzelt tritt Verbascum sinuatum in Mitteleuropa adventiv auf. Die Funde sind meist nur kurzlebig und erlöschen wieder. Es sind dekorative Blütenpflanzen für den Staudengarten, aber auch das Exotenbeet in Kombination mit Yuccas, Sukkulenten oder mediterrranen Pflanzen. Ein sonniger Standort ist ideal. Die Pflanzen sind zweijährig, säen sich aber zuverlässig aus, wenn man einige Stellen im Garten "offen" lässt.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Verbascum sinuatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/verbascum-sinuatum.html am Tg.Mo.Jahr.

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