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Verbena bonariensis L.
  synonym: Verbena elongata Salisb.
                 Verbena trichotoma Moench
Argentinisches Eisenkraut, Verbenaceae - Eisenkrautgewächse
(Nord-)Sommerblüher, VI–IX, 20–150 cm hoch, immergrün, ein-, mehrjährig (kurzlebig)

Verbena bonariensis stammt ursprünglich aus Südamerika, ist inzwischen aber fast weltweit eingebürgert. Die Art tritt in Mitteleuropa mittlerweile an zahlreichen siedlungsnahen Standorten adventiv auf, bildet mehr oder weniger stabile Bestände und wird über kurz oder lang wohl zu den eingebürgerten Exoten zählen (2017). Im mitteleuropäischen Klima gedeiht das Argentinische Eisenkraut als ausdauernde Staude oder ein- bis zweijährige Pflanze. Die Pflanzen wachsen aufrecht mit 4-kantigen, grünen, rauhen Stängeln; der Neutrieb im Frühjahr ist meist rötlich. Die Laubblätter sind länglich-oval bis lanzettlich, sitzend, stängelumfassend, 4–10 cm lang, 5–15 mm breit und randständig unrgelmäßig gesägt. Die Blüten erscheinen in terminalen, dichten, rosafarbenen Trugdolden. Die Einzelblüten sind bis 5 mm im Durchmesser, veilchenblau bis purpurfarben. Die Kronblätter sind zu einer 6–8 mm langen, 5-lappigen Röhre verwachsen. Die Kelchröhre ist 3–4 mm lang, zylindrisch, behaart und ebenfalls 5-lappig.


Abb. 1 Verbena bonariensis, rötlicher Neuaustrieb einer Pflanze im Container im Frühjahr Abb. 2 Am Ende der langen, fast rutenartigen Sprosse sitzt der trugdoldige Blütenstand der Verbena bonariensis, Privatgarten

Abb. 3 Das typische, unregelmäßig gesägte Blatt von Verbena bonariensis, Privatgarten Abb. 4 Hübscher Bestand von Verbena bonariensis, 31.07.2013, Privatgarten, Holland

Abb. 5 Der Blütenstand von Verbena bonariensis eines spontan aufkommenden Exemplares am Rhein bei Stürzelberg, 02.09.2015, 32 m, 51° 09' 34 N, 06° 50' 14 O Abb. 6 Mancherorts tritt Verbena bonariensis mittlerweile als Neophyt auf, hier am Rhein bei Stürzelberg, 02.09.2015, 32 m, 51° 09' 34 N, 06° 50' 14 O

Abb. 7 Containerpflanze von Verbena bonariensis im 1,0L-Topf, ein direkt erkennbares Merkmal sind die langen, rutenförmigen Sprossachsen, 05.08.2014, Privatgarten Abb. 8 Hübscher Bestand der Verbena bonariensis in einem Staudenbeet im Gruga-Park, Essen, 11.09.2016

Abb. 9 Auch im Herbst ist Verbena bonariensis mit den rötlich-braunen Fruchtständen dekorativ, ehemaliger Steinbruch Kalwes, Bochum, 04.11.2017, 102 m, 51° 26' 26 N, 07° 16' 23 O


Der Gattungsname Verbena wurde von Linné aus der Literatur des Altertums übernommen, wo lat. "verbena" als Sammelbezeichung einer ganzen Reihe von heilkundlich und spirituell genutzter Pflanzenarten zugeordnet wurde. Etymologisch liegt dem Begriff die indogermanische Wurzel "uerb-" (= flechten) zugrunde, die auch in lat. "virga" (= Rute), russisch "verba" (= Weidenzweig) und weiteren Sprachen sich wiederfindet. Die langen, rutenähnlichen Triebe der V. bonariensis und anderer Arten der Gattung machen den Bezug zu dieser Begriffswurzel deutlich. Das Epitheton bonariensis bezieht sich auf den Naturstandort der Art, Buenos Aires in Argentinien.

Verbena bonariensis ist in milden Lagen im Freiland zu halten, je heißer und trockener der Standort, desto winterhärter ist die Pflanze. Die Neigung von V. bonariensis zur Aussaat kann man in kälteren Regionen nutzen, wo man die Pflanzen als ein- bis zweijährige Exoten im sandigen Beet zieht. Eine Abdeckung ist empfehlenswert. Im Staudenbeet ist eine lockere Pflanzung, eher in den hinteren Bereichen empfehlenswert, da die Pflanzen zierlich sind und bis 150 cm in einer Saison hoch werden können.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Verbena bonariensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/verbena-bonariensis.html am Tg.Mo.Jahr.

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