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Veronica beccabunga L.
  synonym: Veronica hjuleri Paulsen
Bach-Ehrenpreis, Bachbunge, Plantaginaceae - Wegerichgewächse
Beginn Frühsommerblüher, V–VIII, 05–20 cm hoch, 20–60 cm lang, immergrün, mehrjährig

Die Bachbunge tritt in Mitteleuropa verbreitet bis gemein auf, im Nordwesten stellenweise selten bis zerstreut. Ihr Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. In Amerika ist sie eingebürgert. Bevorzugt wächst sie in und an Gewässern, entlang von feuchten Wegen oder in Quellfluren. Die Pflanzen sind immergrün und bilden kurze unter- und oberirdische Ausläufer. Die Stängel sind niederliegend, dann aufsteigend, fleischig, markig, grünlich-gelb bis rötlich-grün und wurzeln an den Knoten. Die Laubblätter sind kurz gestielt (2–8 mm), elliptisch bis länglich-eiförmig, bis 3 cm breit und dicklich. Der Bütenstand ist eine 10–25-blütige Traube mit blauen, 4–7 mm großen Blüten, die im Zentrum weiß sind. Später bilden sich kugelige Fruchtkapseln, die 2,5–4 mm im Durchmesser sind.


Abb. 1 Bestand von Veronica beccabunga am Ufer der Strundequelle, Herrenstrunden, 01.01.2014, 144 m, 51° 00' 27 N, 07° 10' 54 O Abb. 2 Blütenstand der Veronica beccabunga in einer Quellflur am Oberlauf der Wipper bei Marienheide, 01.08.2017, 369 m, 51° 05' 20 N, 07° 33' 29 O

Abb. 3 Elliptische Laubblätter der Veronica beccabunga in einer Quellflur am Oberlauf der Wipper bei Marienheide, 01.08.2017, 369 m, 51° 05' 20 N, 07° 33' 29 O


Etymologisch ist die Benennung der Art nicht eindeutig. Der Gattungsname Veronica L. umfasste vorlinnäisch eine ganze Reihe von Arten, auch verschiedener Gattungen. Möglich wäre eine Ableitung nach der Heiligen Veronika, einer nachbiblischen Legendengestalt, die Jesus das Schweißtuch auf seinem Weg nach Golgatha reichte. In einigen romanischen Sprachen ist mithin der Wortstamm "veronica" für beides, die Pflanze und das Schweißtuch, zutreffend. Das Epitheton beccabunga setzt sich zusammen aus dem niederdeutschen "beke" (= Bach) und althochdeutschen "bungo" (= Knolle, Bunge, Samolus L.), eine Namenkombination die schon vorlinnäisch genutzt wurde und auf die Ähnlichkeit mit der Gattung der Bungen abziehlt.

Die Bachbunge eignet sich als immergrüner Bodendecker für feuchte oder nasse, halbschattige bis sonnige Stellen. Auch an Teichen oder Bachläufen gedeiht sie gut und wächst gerne in flachem Wasser.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Veronica beccabunga. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/veronica-beccabunga.html am Tg.Mo.Jahr.

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