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Woodwardia orientalis Sw.
   einschließlich: Woodwardia prolifera Hook. & Arn.
                         Woodwardia orientalis var. prolifera (Hook. & Arn.) Ching
Östlicher Kettenfarn, Blechnaceae - Rippenfarngewächse
bis 90 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Woodwardia orientalis ist ein immergrüner Farn, der bevorzugt in der Krautschicht von Wäldern und an Straßenrändern wächst. Das Verbreitungebiet reicht von Japan, China bis Nordindien und auf den Philippinen in Höhen bis etwa 1.100 m über NN. Die Pflanzen bilden kurze, kräftige, niederliegende Rhizome, die dicht von hell- oder dunkelbraunen Schuppen bedeckt sind. Die Wedel sind bis 35–120 × 30–40 cm groß, schmal oval bis breit-oval, 2-fach gefiedert, ledrig, mit 6–8 Paaren Fiederblättchen. Beim Austrieb sind die Wedel kastanienbraun bis rotbraun, später grün. Die Wedelstiele sind kräftig, bis 55 cm lang. Meist finden sich auf der Oberseite der Wedel zahlreiche Bulbillen. Die Sori sind länglich-elliptisch, in rinnigen Vertiefungen der Wedel, parallel zu den Achsennerven der Seitenfiedern und -fiederchen, mit dunkelbraunen, papierartigen Indusien. Meist breiten sich die Pflanzen mittels der Bulbillen aus.

Beim Östlichen Kettenfarn handelt es sich um eine vielgestaltige Art, die ein sehr großes Verbreitungsgebiet aufweist. Manche Autoren unterteilen die Art in mehrere Unterarten, beziehungsweise sehen manche Sippen als eigenständige Taxone. In Europa in Kultur finden sich häufig Woodwardia prolifera (= Woodwardia orientalis var. prolifera). Diese stammt aus den Mittelgebirgen Chinas und Japans, wo die Pflanzen in Wäldern, feuchten Tälern oder an Gewässern wachsen. Die Laubblätter haben 5–9(–13) Paar Fiederblätter mit jeweils 10–14(–24) Paar Fiederblättchen. An der Basis der Fiederblätter sind 1–3 Fiederblättchen zurückgebildet. Auf der Wedeloberfläche finden sich viele oder keine Bulbillen.


Abb. 1 Bulbillen auf der Oberseite der Fiederchen von Woodwardia orientalis, Privatgarten, 30.09.2015 Abb. 2 Unterseite der Fiedern von Woodwardia orientalis mit den noch unreifen, grüngelben, länglich ovalen Sori, Privatgarten, 23.10.2015

Abb. 3 Noch aufgerollter von Woodwardia orientalis, Privatgarten, 23.10.2015 Abb. 4 Neuer, rötlich-brauner Wedel von Woodwardia orientalis, Privatgarten, 23.10.2015

Abb. 5 Das Rhizom ist dicht von bräunlichen Spreuschuppen bei Woodwardia orientalis bedeckt, Privatgarten, 23.10.2015 Abb. 6 Zahlreiche Bulbillen auf der Oberseite der Wedel von Woodwardia orientalis, Privatgarten, 30.09.2015

Abb. 7 Wedel der Unterart Woodwardia orientalis var. prolifera im Botanischen Garten Cagliari, Sardinien, 19.10.2016 Abb. 8 Wedel der Unterart Woodwardia orientalis var. prolifera im Botanischen Garten Cagliari, Sardinien, 19.10.2016

Abb. 9 Wedel eines Freilandexemplars von Woodwardia orientalis mit zahlreichen Bulbilllen. Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016



Der Gattungsname Woodwardia Sm. wurde zu Ehren des englischen Botanikers Thomas Jenkinson Woodward (1745–1820) etabliert. Das Art-Epitheton orientalis stammt von lat. "orientalis" (= östlich, wo die Sonne aufgeht) und meint im weiteren Sinne die Herkunft der Pflanzen aus Asien.

Mit Woodwardia orientalis gibt es kaum Erfahrungen im mitteleuropäischen Garten. Da es sich um einen tropischen Farn handelt, wäre wahrscheinlich Winterschutz nötig. Dies bleibt noch auszutesten. Woodwardiae bevorzugen einen feuchten Standort, gerne an Gewässern, mull- und humusreiche Böden, am besten leicht sauer und im lichten Schatten. Um die grazilen, überhängenden Wedel zur Geltung zu bringen, ist ein freier Standort ratsam. Auf den Wedeln bilden sich Bulbillen, die man absenken und sich bewurzeln lassen kann.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Woodwardia orientalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/woodwardia-orientalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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