Asparagus albus L.
Weißer Spargel, Liliaceae - Liliengewächse
auch: Asparagaceae - Spargelgewächse
Spätsommerblüher, VII–X, 50–100(–150) cm hoch, immergrün, mehrjährig
Der Weiße Spargel ist im Mittelmeerraum mäßig häufig und besiedelt gerne Gebüsche, Hecken, Wälder und feuchtere Stellen der Küsten. Sein Verbreitungsgebiet reicht von der Iberischen Halbinsel bis Italien und Nordafrika. Typischerweise hat der Weiße Spargel leicht kantige, geriffelte, zickzackförmige, weiße Zweige, die oft in Gebüschen "hochklettern" und bis zu 150 cm Höhe erreichen können. Pflanzen auf offenem Gelände bleiben meist kleiner. Die Blätter des Weißen Spargels sind zu geraden, bis 12 mm langen Dornen umgebildet, während die in Büscheln zu 10–20 stehenden, bis 25 mm langen, nicht stechenden "Blätter" in Wirklichkeit umgebildete Sprossachen (= Phyllokladien) sind. Dass es Sprossachsen sind, lässt sich an den Dornen erkennen, in deren Achseln die Phyllokladien entspringen. Zur Reduzierung der Verdunstungsfläche fallen die Phyllokladien relativ rasch ab. Die Blüten sind weiß und stehen in Büscheln zu 6–15. Zum Herbst entwickeln sich Beeren, die anfangs grün, dann rötlich und schließlich schwarz werden.









Die Abgrenzung des Asparagus albus von den anderen Arten der Gattung ist recht einfach, da er der einzige mediterrane Spargel mit weißen Zweigen ist und Büschel aus nicht spitzen Phyllokladien hat.
Schon antik wurde der Gattungsname Asparagus L. genutzt, gr. "asparagos" (= Spargel). Sein etymologisches Motiv könnte "sprossen" sein, denn litauisch "spurgas" (= Spross) oder altindisch "sphurjati" (= hervorbrechen). Das Epitheton albus stammt von lat. "albus" (= weiß) und bezieht sich auf die weißen Zweige.
Asparagus albus sind sicherlich dekorative Pflanzen, die durch den immergrünen Habitus und die bizarre, zickzackförmige Verzweigung auffallen. Oberirdische Sprosse dürften bis –13 °C überleben, eventuell mehr. Zurückfrieren dürfte nicht problematisch sein, da A. albus, wie andere Spargel-Arten auch, gut aus dem fleischigen Rhizom regeneriert. Ein warmer und sonniger Standort im Garten wäre ideal. Langfristige Erfahrungen im mitteleuropäischen Garten gibt es allerdings nur sehr wenige und diese nur in den wintermilden Regionen der Rheinschiene.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Asparagus albus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/asparagus-albus.html am Tg.Mo.Jahr.