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Begonia taliensis Gagnep.
Dali-Begonie, Begoniaceae - Begoniengewächse oder Schiefblattgewächse
Sommerblüher, VIII–X, 20–30 cm hoch, sommergrün, mehrjährig.

Begonia taliensis stammt aus China (Sichuan und Yunnan), wo die Pflanzen in Strauchgesellschaften und Wäldern auf 1.000–3.200 m über Meereshöhe vorkommen.

Die Pflanzen wachsen aufrecht und besitzen kugelige, 1,1–1,8 cm im Durchmesser große Knollen. Die 1–2 Blätter sind grundständig oder gelegentlich 1 stängelständig; die Nebenblätter sind rasch hinfällig; die Blattstiele sind 21–41 cm lang, fast kahl oder behaart; die Blattspreite ist entlang der Blattadern purpurfarben, selten komplett grün, nahezu kreisförmig oder quer elliptisch, leicht asymmetrisch, 10–23 cm lang, 13–26 cm breit, unterseits fast kahl oder spärlich borstig behaart, oberseits zerstreut borstig behaart; die Nervatur ist handförmig, mit 7–9 Hauptadern; der Blattrand ist unregelmäßig gesägt, deutlich gelappt, bis zu 2/3 tief eingeschnitten mit 7–9 zugespitzten Lappen und einem kleinen Seitenlappen (bei der ähnlichen Begonia imitans Irmsch. sind die Laubblätter mehr als 2/3 tief eingeschnitten.)

Die Blütenstände sind 10–100-blütig, endständig, unten traubig, 19–30 cm hoch und kahl; die Tragblätter sind hinfällig, eiförmig-lanzettlich, etwa 5 mm lang mit stumpfer Spitze; männliche Blüten haben einen 1,2–2,5 cm langen Blütenstiel; die 4 Perigonblätter sind rosafarben, die äußeren 2 breit eiförmig, etwa 1,2 cm lang und 1 cm breit; die inneren 2 sind länglich, etwa 7 mm lang und 3 mm breit; die Staubblätter sind zahlreich; weibliche Blüten haben einen 1,2–2,5 cm langen Blütenstiel; die 3 Perigonblätter sind rosafarben, die äußeren 2 eiförmig, etwa 10 mm lang und 8 mm breit, die inneren 2 länglich, etwa 5,5 mm lang und 3 mm breit; der Fruchtknoten ist kahl, mit deutlich erkennbaren Adern und 3-fächrig; die 3 Griffel sind an der Basis miteinander verwachsen; die Narben sind 2-spaltig und spiralig gedreht. Später bilden sich hängende, eiförmig-längliche, 1,2–1,5 cm lange, 7–8 mm breite, netzähnlich rot gezeichnete Fruchtkapseln mit 3 ungleich großen Flügeln; der untere Flügel ist 3-eckig, 2–2,4 cm lang und etwa 1,2 cm breit; die seitlichen Flügel sind kleiner und etwa 1,2 cm lang. Siehe auch Begonia L.


Abb. 1 Pflanze einer Hybride Begonia taliensis × grandis Dryand. in einem Privatgarten in Geetbets, Belgien, 02.10.2026


Der Gattungsname Begonia wurde zu Ehren von Michael Bégon (1638–1710) etabliert, einem französischen Gouverneur auf der Insel Hispaniola, der ein Förderer der Botanik war. Auf der karibischen Insel Hispaniola kommen mehrere Arten der Begoniae vor. Das Epitheton taliensis verweist auf den Fundort Dali (= Tali) in Yunnan.

Die Winterhärte der Begonia taliensis ist nicht exakt bekannt. Entsprechend des Naturstandortes in höheren Gebirgsregionen könnte es sich um durchaus winterharte Exoten handeln. Nach den ersten Frösten ziehen die Pflanzen ein, so dass winters eine Auflage mit Mulch sinnvoll erscheint. Ratsam ist ein geschützter Standort, idealerweise halbschattig. An den Boden stellt die Art keine Ansprüche, lockere Böden fördern jedoch die Wärmeentwicklung. Auch die Verwendung als Aufsitzerpflanze in Fels- oder Steindesign ist möglich.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Begonia taliensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/begonia-taliensis.html am Tg.Mo.Jahr.