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Butia capitata (Mart.) Becc.
synonym:
  Butia bonneti Becc.
  Butia leiospatha (Barb. Rodr.) Becc.
  Butia nehrlingiana (Abbott ex Nehrl.) Abbott ex Nehrl.
  Calappa capitata (Mart.) Kuntze
  Calappa leiospatha (Barb. Rodr.) Kuntze
  Cocos capitata Mart.
  Cocos elegantissima Chabaud
  Cocos erythrospatha Chabaud
  Cocos leiospatha Barb. Rodr.
  Cocos lilaceiflora Chabaud
  Cocos nehrlingiana Abbott ex Nehrl.
  Cocos odorata Barb. Rodr.
  Cocos pulposa Barb. Rodr.
  Syagrus capitata (Mart.) Glassman
Geleepalme, Butia-Palme, Arecaceae - Palmen
Frühsommerblüher, IV–VIII, 4–8 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Geleepalme stammt aus Argentinien, Brasilien und Uruguay, wo die Pflanzen an eher trockenen Standorten in lichten Wäldern, Strauchgesellschaften und Savannen (Cerrado) auf 300–1.000 m über Meereshöhe vorkommen.

Die Pflanzen sind 1-stämmig. Der Stamm erreicht einen Durchmesser von 20–30 cm und ist anfangs bedeckt von alten Blattscheiden, später von den horizontal verlaufenden Blattnarben. Die Krone besteht aus 11–20 bogig überhängenden, blaugrünen, 1-fach gefiederten, 80–170 cm langen Laubblättern; beidseits der Blattspindel finden sich 49–53 in charakteristischer V-Form angeordnete Fiederblätter; der Blattstiel ist grün und etwa 50–100 cm lang, und randständig mit Zähnen und fadenförmigen Fortsätzen besetzt.

Der Blütenstand steht intrafoliar und trägt eingeschlechtliche, gelbe und duftende Blüten beider Geschlechter; das Hochblatt (= Spatha) ist blaugrün und 50–100 cm lang; die Blüten befinden sich an einer 33–55 cm langen Rhachis mit etwa 100 blütentragenden Seitenachsen von jeweils 8–30 cm Länge; männlichen Blüten haben 6 Staubblätter, die weiblichen 3 Narben und 1 Fruchtknoten. Später bilden gelbe bis gelblich-rote, längliche, 2–3 cm lange mit jeweils (1–)3 kugeligen, hellbraunen Samen. Der Geschmack des Fruchtfleisches ist ähnlich einer Mischung aus Ananas und Pfirsich. Aus ihnen wird Marmelade, respektive Gelee zubereitet. Siehe auch Gattung Butia (Becc.) Becc.

Butia capitata hybridisiert leicht mit anderen Arten der Subtribus Butiinae wie Jubaea chilensis (Molina) Baill. und Syagrus romanzoffiana (Cham.) Glassman, siehe auch B. capitata × J. chilensis und ×Butyagrus nabonnandii (Prosch.) Vorster. Die Geleepalme wird häufig in wärmeren Regionen als Zierpalme angebaut. In manchen Regionen wie den südlichen USA ist sie eingebürgert.

Butia bonneti: Kleiner als B. capitata, mit kürzeren Fiederblättern, Fiedern 30–35 × 12–15 mm und schlankeren Zähnen an den Blattstielen. Die Blütenscheide (= Spatha, Hochblatt das den Blütenstand umgibt) ist spindelförmig und blaugrün. Die Blüten sind kleiner als bei B. capitata. Die Früchte sind oval, 2 cm lang und 1,5 cm im Durchmesser, mit 14–16 mm langen Samen. Ursprünglich wurde diese Art aus Mexiko eingeführt, in Hyeres (Frankreich) angebaut und als Cocos bonneti Linden publiziert. Viele Autoren sehen diese Art der B. capitata zugehörig.

Butia capitata var. nehrlingiana (L. H. Bailey) L. H. Bailey ist eine Varietät mit Früchten, die im reifen Zustand rot und kugelig sind.


Abb. 1 Jungpflanze der Butia capitata in einem privaten Garten in der Nähe von Mainz am 07.11.2001. Die Pflanze hat mit regelmäßigem Winterschutz bisher (2026) überlebt und inzwischen auch schon gefruchtet
Abb. 2 Exemplar der Butia capitata im Innenhof des Museo Storia Naturale am Botanischen Garten Florenz, Italien, 19.10.2012, welches den kalten Winter 1985/86 überlebte und Schäden am Stamm erlitt, weswegen es abgestützt werden muss
Abb. 3 Fruchtstand der Butia capitata mit unreifen, grünen Früchten und aufrechtem, kastanienbraunem Hochblatt. Privatgarten in Algund bei Meran, Südtirol, 27.10.2019
Abb. 4 Reife Früchte von Butia capitata in einem Privatgarten in Algund bei Meran, Südtirol, 27.10.2019
Abb. 5 Anhängsel der Blattstiele von Butia bonneti Becc., die von den meisten Autoren als B. capitata gesehen wird, im Botanischen Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009
Abb. 6 Jungpflanze der Butia bonneti im Botanischen Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009
Abb. 7 Fiederblättchen einer Butia bonneti im Botanischen Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009
Abb. 10 Jungpflanze der Butia capitata im öffentlichen Bereich vor dem Casino in Arco, Norditalien, 02.07.2003
Abb. 9 Butia capitata mit hellgrünen Fiederblättern im Jardin des Plantes, St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 14.10.2005
Abb. 8 Adulte Butia capitata im Park am Palacio de Peno, Sintra, Portugal, 17.10.2009
Abb. 11 Blattkrone einer Butia capitata var. nehrlingiana (L. H. Bailey) L. H. Bailey im Botanischen Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009
Abb. 13 In der Mitte Jubaea chilensis (Molina) Baill. zusammen mit Butia capitata (vorne) im Jardin des Plantes, St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 14.10.2005
Abb. 12 Pflanze der Butia capitata var. nehrlingiana im Botanischen Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009
Abb. 14 Großes Exemplar einer Dreifach-Hybride [Jubaea × Butia] × Syagrus in einem Privatgarten in Gainesville, Florida, 30.01.2009
Abb. 15 Erwachsene Palme der Butia capitata im Orto Botanico in Rom, Italien, 18.04.2017
Abb. 16 Adulte Butia capitata mit Fruchtstand. Rechts eine silberfarbene Brahea armata S. Watson. Privatgarten in Völlan bei Meran, Südtirol, 27.10.2019
Abb. 17 Exemplar der Butia capitata im Parque Botánico José Celestino Mutis, Huelva, Süd-Spanien, 28.10.2013
Abb. 18 Adulte Butia capitata mit blaugrünen Fiederblättern im Stadtpark von Perpignan, Südfrankreich, 14.10.2003
Abb. 19 Blütenstand einer Butia capitata in einem Privatgarten bei hengelo, Niederlande, 15.07.2026
Abb. 20 Blüten von Butia capitata in einem Privatgarten bei hengelo, Niederlande, 15.07.2026


Der Gattungsname Butia ist aus einer südamerikanischen Sprache entlehnt, das etymologische Benennungsmotiv bleibt ungeklärt. Das Art-Epitheton capitata stammt von lat. "capitatus" (= mit einem Kopf versehen) und beschreibt den eleganten Blattschopf der Art.

Die Frosttoleranz von Butia capitata reicht nicht aus, um sie als winterhart zu bezeichnen. In sehr milden Gebieten kann sie bei gut geschützter Lage und mit regelmäßigem Winterschutz die Winter überleben. Bedarfsweise ist eine Niederspannungsheizung sinnvoll. Haben Sie einen gut drainierenden Boden, windgeschützte und sonnige Stellen, am besten noch nahe einer beheizten Wand, so können Sie diese ornamentale Palme wählen. Sie verträgt mehr Feuchtigkeit, als gemeinhin angenommen und gesunde, kräftige Pflanzen können kurzfristig bis –12 °C überleben.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jones, D. L. 1994: Palmen. – Könemann Verlag, Köln, 409 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Butia capitata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/butia-capitata.html am Tg.Mo.Jahr.