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Erysimum ×marshallii Bois
synonym:
  Cheiranthus allionii Bois
  Erysimum ×allionii hort.
Schotendotter, Brassicaceae - Kreuzblütengewächse
Vollfrühlingblüher, IV–V, 20–50 cm hoch, sommergrün, ein-, zweijährig

Der Schotendotter ist eine hybridogene Sippe aus möglicherweise Erysimum humile Pers. und E. perofskianum Fisch. & C. A. Mey., mithin als E. ×marshallii zu schreiben. Es handelt sich um eine kultivierte Gartenform, die nicht identisch ist mit Erysimum marschallianum Andrz. ex M. Bieb., bei welchem eine echte Art vorliegt. Er ist ein Neophyt, wurde wahrscheinlich um 1846 eingebürgert und tritt in Mitteleuropa selten bis zerstreut als synanthrope Auswilderungen auf. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in Mitteleuropa an Ruderalstellen, Gärten und Parks, oft als Bestandteil von Wildblumensaaten.

Die Pflanzen wachsen aufsteigend bis aufrecht und sind nur wenig verzweigt. Die Stängelblätter ungeteilt, lanzettlich bis länglich, 5–10 cm lang, 5–12 mm breit, ganzrandig bis undeutlich gezähnt, gestielt bis sitzend.

Die Blütenstände sind 20–40-blütige Trauben. Die Kronblätter sind orange, seltener goldgelb, ohne Streifenmuster, 15–25 mm lang und 4–5 mm breit. Die Kelchblätter sind 7–8 mm lang, schmal lanzettlich mit häutigem Rand. Die Narbe ist 2-teilig kopfig und schwach gekerbt. Später bilden sich aufsteigende, 4-kantige, linealische, 40–60 mm lange, 1,5 mm breite Schoten. Die Samen sind etwa 1,7 mm lang, länglich elliptisch und dunkelbraun.


Abb. 1 Orangefarbene Blüten des Erysimum marshallii. Ausaat auf Grünstreifen, München, 29.05.2025, 524 m, 48° 08' 40 N, 11° 31' 16 O
Abb. 2 Aufsteigende, 4-kantige, gestielte Früchte des Erysimum marshallii, Saatstreifen in München, 29.05.2025, 524 m, 48° 08' 40 N, 11° 31' 16 O
Abb. 3 Blühende Pflanze von Erysimum marshallii, Ausaat auf Grünstreifen, München, 29.05.2025, 524 m, 48° 08' 40 N, 11° 31' 16 O
Abb. 4 Schmal lanzettliche Kelchblätter von Erysimum marshallii Ausaat auf Grünstreifen, München, 29.05.2025, 524 m, 48° 08' 40 N, 11° 31' 16 O


Der Gattungsname Erysimum L. stammt von gr. "erysimon" (= eine Senfart), möglicherweise von gr. "erysthai" (heilen) oder gr. "erysmos" (= Rettung), nach einer Heilwirkung. Das Epitheton marshallii wurde zu Ehren des englischen Botanikers Edward Shearburn Marshall (1858–1918) etabliert.

Der Schotendotter ist eine dekorative Pflanze für sonnige Rabatte. Pflanzen die sich wohlfühlen, säen sich bereitwillig aus.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2025: Erysimum ×marshallii. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/erysimum-marshallii.html am Tg.Mo.Jahr.