f Erysimum virgatum
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Erysimum virgatum Roth
synonym:
  Erysimum altissimum Lej.
  Erysimum delphinense Jord.
  Erysimum densisiliquum Jord.
Ruten-Schöterich, Brassicaceae - Kreuzblütengewächse
Vollfrühlingblüher, V–VII, 30–110 cm hoch, immergrün, zwei-, mehrjährig, kurzlebig

Der Ruten-Schöterich tritt in Mitteleuropa selten bis zerstreut auf. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen an Strauchsäumen, in Xerothermrasen, Hochstaudenfluren und Ruderalstandorten wie Bahnanlagen und Kiesgruben.

Die Pflanzen wachsen schlank aufrecht ("rutenförmig") und sind verzweigt. Stängel und Laubblätter sind mit 3–4-teiligen Haaren besetzt. Die Laubblätter sind schmal lanzettlich, buchtig gezähnt bis ganzrandig, kurz gestielt oder sitzend.

Die Blüten sind duftend. Die Kronblätter sind 8–13 mm lang, dunkelgelb und spatelförmig. Der Blütenstiel ist so lang wie oder länger als die Kelchblätter. Der Fruchtstiel ist 4,5–10 mm lang. Die Schoten sind 30-50 mm lang, im Winkel von 10–20° fast anliegend bis schwach stehend (der Winkel der reifen Schote, nicht deren Stiel!), mit 3–4-teiligen Haaren besetzt und haben behaarten Kanten. Die persistierenden Griffel sind 1,3–2,5 mm lang und deutlich von der Schote abgesetzt.


Abb. 1 Dunkelgelbe, 4-zählige Blüten des Erysimum virgatum, halbschattiger Felshang, 29.03.2025, 274 m, 49° 48' 57 N, 07° 50' 16 O
Abb. 2 Blütenstand von Erysimum virgatum mit den etwas längeren Blütenstielen als die Kelche. Felshang am Rotenfels, Bad Münster am Stein, Nahe-Tal, 29.03.2025, 274 m, 49° 48' 57 N, 07° 50' 16 O
Abb. 3 Kantiger, behaarter Stängel von Erysimum virgatum an einem thermophilen Felshang am Rotenfels, Bad Münster am Stein, Nahe-Tal, 29.03.2025, 274 m, 49° 48' 57 N, 07° 50' 16 O
Abb. 4 Kelchblätter von Erysimum virgatum, Felshang am Rotenfels, Bad Münster am Stein, Nahe-Tal, 29.03.2025, 274 m, 49° 48' 57 N, 07° 50' 16 O


Der Gattungsname Erysimum L. stammt von gr. "erysimon" (= eine Senfart), möglicherweise von gr. "erysthai" (heilen) oder gr. "erysmos" (= Rettung), nach einer Heilwirkung. Das Epitheton virgatum stammt von lat. "virgatus" (= aus Ruten geflochten), nach dem rutenförmigen Habitus.

Der Goldlack ist eine dekorative Pflanze für sonnige bis halbschattige Rabatte. Pflanzen die sich wohlfühlen, säen sich bereitwillig aus.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2025: Erysimum virgatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/erysimum-virgatum.html am Tg.Mo.Jahr.