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Lavandula minutolii Bolle
synonym:
  Lavandula multifida var. minutolii (Bolle) Kuntze
Schopf-Lavendel, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Sommerblüher, IV–VII, 30–60 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Schopf-Lavendel stammt von den Kanaren, wo die Pflanzen in Felshabitaten und Strauchheiden auf 0–1.500 m über Meereshöhe vorkommen.

Es sind immergrüne, aromatische, stark verzweigende Halbsträucher. Die Stängel sind verholzend. Junge Zweige sind behaart. Die Laubblätter sind gegenständig, 3–6 cm lang, im Umriss eiförmig-lanzettlich, 1-fach gefiedert oder fiederschnittig, graugrün bis silbrig mit sehr zahlreichen, gleichmäßigen, einfachen Fiedern.

Der Blütenstand ist eine endständige, gerade Scheinähre, 5–8 cm lang, mit schmalen, oft graugrünen Tragblättern und einmal verzweigtem Blütenstandsstiel. Die Kelchblätter sind etwa so lang wie Tragblätter, röhrig verwachsen, eiförmig und behaart, mit mittlerem, 3-eckigem Zahn; die Blütenkronen sind 2-farbig, hellviolett bis purpurfarben und 2-lippig. Später bilden sich Klausenfrüchte, die in 4 einsamige Teilfrüchte zerfallen.


Abb. 1 Strauch der Lavandula minutolii bei Las Portelas, Teneriffa, 14.04.2009, 626 m, 28° 20' 08 N 16° 51' 19 W
Abb. 2 Verholzender Strauch der Lavandula minutolii bei Las Portelas, Teneriffa, 14.04.2009, 626 m, 28° 20' 08 N 16° 51' 19 W
Abb. 3 Blütenstand mit den 2-farbigen Blüten der Lavandula minutolii bei Las Portelas, Teneriffa, 14.04.2009, 626 m, 28° 20' 08 N 16° 51' 19 W
Abb. 4 Gleichmäßig gefiederte Laubblätter von Lavandula minutolii bei Las Portelas, Teneriffa, 14.04.2009, 626 m, 28° 20' 08 N 16° 51' 19 W


Der Gattungsname Lavandula L. existierte schon vorlinnäisch. Möglich wären Herleitungen von lat. "lavare" (= waschen), nach der Anwendung als Badezusatz, oder lat. "levare" (= erleichtern, mindern, abhelfen), nach der beruhigenden Wirkung. Das Epitheton minutolii wurde zu Ehren des italienischen Botanikers Vincenzo Minutoli (1800–1874) etabliert.

Lavandula minutolii ist kaum winterhart. In den wintermilden Bereichen der Z 8 könnte ein Versuch erfolgreich sein, sofern ein geschützter Standort gewählt wird, die Pflanzen sollten sonnig und trocken stehen und der Boden abgemagert und neutral bis sauer ist. Wenn Pflanzen nach durchschnittlichen Wintern absterben, sind die Kulturbedingungen meist nicht ideal. Alternativ bietet sich die Kultur im Kübel an.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Lavandula minutolii. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lavandula-minutolii.html am Tg.Mo.Jahr.