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Niphidium crassifolium (L.) Lellinger
synonym:
  Anaxetum crassifolium (L.) Schott
  Dipteris crassifolia (L.) J. Sm.
  Drynaria crassifolia (L.) J. Sm.
  Niphidium oblanceolatum A. Rojas
  Pessopteris crassifolia (L.) Underw. & Maxon
  Phymatodes crassifolia (L.) C. Presl
  Phymatodes porrecta C. Presl
  Pleopeltis crassifolia (L.) T. Moore
  Pleuridium angustum Fée
  Pleuridium crassifolium (L.) Fée
  Polypodium coriaceum Raddi
  Polypodium crassifolium L.
  Polypodium porrectum Willd.
Martinique-Tüpfelfarn, Polypodiaceae - Tüpfelfarngewächse
25–140 cm hoch, (halb-)immergrün, mehrjährig

Der Martinique-Tüpfelfarn stammt aus dem tropischen Süd- und Mittelamerika von Mexiko bis Peru und Brasilien, wo die Pflanzen bevorzugt als Epiphyten auf Bäumen in Regenwäldern und nur gelegentlich auf Felsen in Höhen von 0–3.300 m über Meereshöhe vorkommen.

Die Rhizome sind kriechend, (5–)8–12 mm im Durchmesser groß, selten bereift; die Blattnarben (= Phyllopodien) sind 5 mm lang und 3–5 mm breit; die Rhizomschuppen sind lanzettlich mit lang zugespitztem Ende, 8–12 mm lang, 2,5–4 mm breit, flach und meist deutlich 2-farbig, mit schwarzem, zentralem Band; die Ränder sind hellbraun, ganzrandig oder leicht wellig, im Alter auch ausgefranst. Die Wedelstiele sind 5–15(–50) cm lang, 3–9 mm im Durchmesser groß, oberseits abgeflacht und rinnig; die Wedel sind flach, verkehrt-lanzettlich bis lanzettlich, oben zugespitzt oder abgerundet, 30–105 cm lang, 6–18 cm breit, oberseits dunkelgrün, unterseits blassgrün, die Schuppen der Mittelrippe sind bis zu 2 mm lang und 0,75 mm breit, rasch hinfällig, ähneln den Rhizomschuppen; die Hauptadern liegen 5–12 mm auseinander; die Sori sind rundlich, 1,5–5 mm im Durchmesser groß.


Abb. 1 Wedel eines Niphidium crassifolium in einem Privatgarten in Neuss, 27.09.2026
Abb. 2 Oberseite eines Niphidium crassifolium in einem Privatgarten in Neuss, 27.09.2026


Der Gattungsname Niphidium L. stammt von gr. "nipha" (= Schnee) und lat. "-idios" (= -ähnlich) in Abgrenzung zu den ähnlichen Gattungen Niphobolus Kaulf. und Niphopsis J. Sm (beide als Pyrrosia Mirb. akzeptiert), denen gemeinsam die weißliche Wedelunterseite ist. Das Epitheton crassifolium stammt von lat. "crassus" (= dick, fett) und lat. "-folius" (= -blättrig), zu "dickblättrig", nach den relativ dicken Laubblättern. Der deutsche Name verweist auf die von Charles Plumier 1705 gesammelte Pflanze auf Martinique, die wahrscheinlich als Lectotypus diente.

Niphidium crassifolium wird in Mitteleuropa nur als Zimmerpflanze kultiviert. Es benötigt einen permanent feuchten Wuchsort auf beispielsweise Baumrinde und verträgt nur geringe Fröste. Ideal ist eine Überwinterung über +10 °C mit hoher Luftfeuchte. Am besten ist ein pH-Wert von neutral bis leicht sauer.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Niphidium crassifolium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/niphidium-crassifolium.html am Tg.Mo.Jahr.