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Phlomis fruticosa L.
Strauchiges Brandkraut, Labiateae - Lippenblütler
Frühlingblüher, IV–VII, 50–200 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Phlomis fruticosa stammt aus dem mittleren und östlichen Mittelmeerraum bis zum Schwarzen Meer, wo die Pflanzen bevorzugt an offenen Standorten der Garrique oder in Felsfluren bis auf 1.000 m über Meereshöhe vorkommen. Die Art ist seit 1596 in Mitteleuropa in Kultur.

Es sind immergrüne, reich verzweigende Sträucher mit niederliegenden bis aufsteigenden Sprossachsen. Die Stängel sind drüsenlos, anfangs flaumig bis wollig behaart, später verholzend und tragen gestielte, lanzettlich-eiförmige Blätter, die ganzrandig oder gekerbt sind, oberseits dunkelgrün und runzelig, unterseits wollig und grauweiß.

Die Blütenstände erscheinen im Frühling, sind aufsteigend bis aufrecht und bilden 14–36-blütige Scheinquirle, die leuchtend gelbe, bis 3 cm lange Lippenblüten tragen; die Brakteolen (Blätter im Blütenstand) sind verkehrt eiförmig, breit lanzettlich oder elliptisch, 2–7 mm breit. Siehe auch Phlomis.


Abb. 1 Scheinquirl der Phlomis fruticosa mit offenen und noch geschlossenen Einzelblüten, sowie einer gut erkennbaren Brakteole. Oberhalb Banyul sur Mer, Pyrenäen, Südfrankreich, 12.10.2005, 16 m, 42° 29' 23 N, 03° 07' 24 O
Abb. 2 Strauch der Phlomis fruticosa im Herbst mit den hellbraunen Fruchtständen, oberhalb Banyul sur Mer, Pyrenäen, Südfrankreich, 04.10.2005, 22 m, 42° 29' 23 N, 03° 07' 33 O
Abb. 3 Kräftiger Strauch von Phlomis fruticosa mit zahlreichen Fruchtständen, Wegesrand nördlich von Las Palmeras, Mallorca, 28.09.2007, 16 m, 39° 55' 53 N, 03° 08' 04 O
Abb. 4 Eiförmige Laubblätter und dicht wollig behaarte Stängel von Phlomis fruticosa, Wegesrand nördlich von Las Palmeras, Mallorca, 28.09.2007, 16 m, 39° 55' 53 N, 03° 08' 04 O
Abb. 5 Scheinquirl mit hellgelben Blüten der Phlomis fruticosa. Im mitteleuropäischen Klima ist die Behaarung nicht so ausgeprägt. Privatgarten, 11.07.2003
Abb. 6 Blühender Strauch der Phlomis fruticosa, seit etwa 2005 an sonniger Stelle im Freiland. Privatgarten, 25.05.2007
Abb. 7 Zahlreiche Sträucher der Phlomis fruticosa an einem Wegesrand bei Arroyo, Sierra de Aracena, Spanien, 17.10.2010, 658 m, 37° 53' 39 N, 06° 48' 30 W
Abb. 8 Junger Strauch von Phlomis fruticosa 20–30 cm im 1L-Topf, Privatgarten, 28.09.2016
Abb. 9 Stark von Frösten geschädigte Phlomis fruticosa im Botanischen Garten Basel. Pflanze hat überlebt. 08.04.2010


Der Gattungsname Phlomis L. wurde schon in der Antike für die Brandkräuter und weitere Arten, wie beispielsweise Verbascum lychnitis L. genutzt. Das altgriechische "phlomis" bedeutet Brandkraut oder P. samia L., während lat. "phlomis" (= Verbascum L.) die Könisgkerze meint. Das Benennungsmotiv ist ungeklärt. Das Epitheton fruticosa stammt von lat. "fruticosus" (= strauchig) und beschreibt den Habitus der Pflanzen.

In Mitteleuropa gibt es aus den wintermilden Regionen Berichte eines langfristig erfolgreichen Anbaus der Phlomis fruticosa. Nichtsdestotrotz sollten bei langen Dauerfrösten Schutzmaßnahmen im Sinne von Reisigauflagen getroffen werden, da stark zurückfrierende Sträucher manchmal nicht wieder austreiben. Je jünger die Sträucher sind, desto wahrscheinlicher ist das Überleben nach kräftigen Winterschäden. Die Pflanzen bevorzugen einen sonnigen und warmen Standort. Der Boden sollte abgemagert sein und keine Staunässe aufweisen. In kalten Regionen sollte die Kübelhaltung bevorzugt werden. Niederliegende Sprosse bewurzeln sich manchmal.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Phlomis fruticosa. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/phlomis-fruticosa.html am Tg.Mo.Jahr.