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Pyrrosia drakeana (Franch.) Ching
synonym:
  Cyclophorus drakeanus (Franch.) C. Chr.
  Niphobolus drakeanus Diels
  Polypodium drakeanum Franch.
  Pyrrosia pseudodrakeana K. H. Shing
Tsinling-Filzfarn, Polypodiaceae - Tüpfelfarngewächse
25–70 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Tsinling-Filzfarn stammt aus Ostasien (China und Indien), wo die Pflanzen bevorzugt als Geophyten auf Felsen oder als Epiphyten auf Baumstämmen in Wäldern, auf Klippen oder entlang von Gewässern auf 1.000–3.600 m über Meereshöhe vorkommen.

Meist bilden die Pflanzen kurze, kriechende Rhizome, die einen Durchmesser von 2–7 mm haben und im Querschnitt zahlreiche zerstreut liegende Sklerenchymfasern (Festigungsgewebe) aufweisen; die Rhizome sind bedeckt von aneinander grenzenden oder bis zu 2,5 cm entfernt stehenden Wedelstielen und 2,5–11 mm langen, 0,6–1,3 mm breiten, gezähnten bis bewimperten, an der Spitze braunen bis schwärzlichen Spreuschuppen. Die Wedel sind einheitlich (monomorph) und nicht gefiedert, mit 10–30 cm langem Blattstiel; die Blattspreite ist oberseits dunkelgrün mit breiter Mittelrippe (Rachis) und eingesenkten Seitennerven, unterseits durch rötliche Sternhaare wollig behaart, 12–36 cm lang, 4–10 cm breit, eiförmig-lanzettlich, gewöhnlich asymmetrisch, bisweilen auf einer Seite mit einem kurzen, stumpfen Zahn; die Wasserporen (Hydathoden = umgebildete Pflanzenorgane, die bei Bedarf Wasser abgeben können) sind oberflächlich bis leicht hervortretend; die Sori (Sporenlager) sind sitzend oder kurz gestielt und bedecken zwischen der Nervatur die gesamte Unterseite des Wedels.


Abb. 1 Aufrechte Wedel von Pyrrosia drakeana in einer Tuffsteinwand in einem Privatgarten in Geetbets, Belgien, 02.10.2026
Abb. 2 Braune Wedelunterseiten der Pyrrosia drakeana in einem Privatgarten in Geetbets, Belgien, 02.10.2026


Der Gattungsname Pyrrosia Mirb. geht auf gr. "pyrrhos" (= feuerrot) zurück und beschreibt die Farbe der Sori. Das Epitheton drakeana wurde wahrscheinlich zu Ehren von Emmanuel Drake del Castillo (1855–1904) etabliert, einem französischen Botaniker. Der deutsche Name Tsinling-Filzfarn verweist auf den Fundort des Typusexemplares im Qin Ling-Gebirge.

Pyrrosia drakeana ist ein exotischer immergrüner Farn, der mit glänzend grünen Wedeln aufwartet. Er ist ideal für feuchte, schattige Standorte auf Felsdesign im Steingarten oder Alpinum. Erste kurzfristige Erfolge in den milden Regionen zeigen, dass die Pflanzen das Potential für einen Anbau im Freiland haben. Langfristige Versuche fehlen zur Zeit (2026) noch, ebenso Versuche an kälteren Standorten. Die Pflanzen gedeihen unter neutralen bis leicht sauren Bedingungen, auch mineralische, nährstoffarme Böden werden gut vertragen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Wagenitz, G. 2003: Wörterbuch der Botanik. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, 552 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Pyrrosia drakeana. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/pyrrosia-drakeana.html am Tg.Mo.Jahr.