Salvia sclarea L.
synonym:
Salvia asperata Falc. ex Benth.
Salvia pamirica Gand.
Muskatellersalbei, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Frühsommerblüher, VI–VII, 50–110 cm hoch, immergrün, (zwei-)mehrjährig
Der Muskatellersalbei stammt aus Südeuropa und Vorderasien, wo die Pflanzen in Felshabitaten, Trockenrasen, lichten Strauchgesellschaften und Ruderalstandorten auf 0–1.800 m über Meereshöhe vorkommen. In Mitteleuropa ist die Art seit dem 9. Jahrhundert in Kultur. Sie tritt selten und unbeständig an Ruderalstandorten auf.
Die Pflanzen bilden eine Pfahlwurzel mit Erneuerungsknospen am Wurzelhals (Pleikormstaude); sie sind 2-jährig bis kurzlebig und bilden im ersten Jahr eine basale Blattrosette und ab dem zweiten den Blütenstand. Die Stängel sind 4-kantig, grauzottig und oberwärts drüsenhaarig mit Muskatellergeruch. Die Laubblätter sind runzelig, beidseits drüsenhaarig, ei- bis herzförmig, 10–20 cm lang, 5–10 cm breit, randständig gebuchtet, mit 4–10 cm langem Blattstiel.
Der Blütenstand ist eine Rispe mit zahlreichen, entfernt stehenden Scheinquirlen mit jeweils 6–10 Blüten; die Tragblätter sind länger als der Kelch, breit herzförmig, grün, weiß, weinrot oder rosafarben, häutig und am Rand bewimpert; die Blütenstiele sind 2–3 cm lang; die Kelche sind eiförmig-glockig, 10–13 mm lang, drüsenhaarig, mit stechenden und begrannten Zähnen; die Blütenkronen sind 20–28 mm lang, hellblau, lilafarben oder cremeweiß; die Oberlippe ist sichelförmig gekrümmt; die Kronröhre ist etwa 10 mm lang, bauchig erweitert, innen mit kleiner Schuppe. Später bilden sich 3 mm lange, 2 mm breite, fast kugelige, leicht 3-kantige, hellbraune Nussfrüchte mit dunklen Adern.
Die Verwendung der Gattung Salbei als Heilpflanzen erschließt sich auch etymologisch, lat. "salvare" (= retten, heilen). Das Epitheton sclarea stammt von lat. "sclareia" (= Scharlei, Scharlachkraut) und bezeichnete schon in der Spätantike den Muskatellersalbei.
Der Muskatellersalbei ist ein prächtig blühender Exot für den sonnigen, trockenen Standort im mediterranen Beet, Staudengarten oder als Aromapflanze.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Salvia sclarea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/salvia-sclarea.html am Tg.Mo.Jahr.