Semele androgyna (L.) Kunth
synonym:
Danae androgyna (L.) Webb & Berthel.
Ruscus androgynus L.
Klettermäusedorn, Asparagaceae - Spargelgewächse
Sommerblüher, VI–VII, 5–7 m lang, immergrün, mehrjährig
Der Klettermäusedorn stammt von den Kanarischen Inseln und Madeira, wo die Pflanzen in Strauchgesellschaften, feuchten Felshabitaten und den Lorbeerwäldern auf 300–1.200 m über Meereshöhe vorkommen.
Es sind immergrüne, verzweigende, kriechende, spreizklimmende oder hängende Halbsträucher. Das Rhizom ist kurz kriechend und horstbildend mit fleischigen Wurzeln. Die Stämme sind bis 7 m lang, 1–2 cm im Durchmesser, stielrund und tragen 2-zeilige, eiförmige bis lanzettliche, gelegentlich gelappte, ledrige, glänzend grüne Phyllokladien (blattähnlich umgewandelte Sprossachsen). Dass es sich nicht um eigentliche Laubblätter handelt, sieht man daran, dass sie aus Blattachseln entspringen und Blüten tragen. Die echten Laubblätter sind jedoch unscheinbar, fädig bis lanzettlich und rasch hinfällig. Sie sind manchmal als dünne, vertrocknete, auch stechende Blattreste an der Basis der Phyllokladien zu erkennen.
Die weiblichen und männlichen Blüten sitzen zu 1–7 in Büscheln, immer begleitet von einem kleinen Hochblatt auf den Phyllocladien, meist am Rand, seltener auf der Fläche. Die Einzelblüten selber sind cremefarben und 6-zählig mit bis zu 1/3 verwachsenen, ausgebreiteten Abschnitten. Männliche Blüten sind etwa 9 mm im Durchmesser groß, weibliche etwa 6,5 cm. Später bilden sich orange-rote, kugelige, etwa 2 cm im Durchmesser große Beerenfrüchte, die jeweils 1 Samen enthalten.
Der Gattungsname Semele Kunth stammt von gr. "Semele", in der griechischen Mythologie die Tochter des Kadmos (König von Theben) und Mutter des Dionysos, der nach kretischer Sitte zunächst als Mädchen erzogen wurde -> "androgyn". Das Epitheton androgyna stammt von gr. "androgynos" (= zwittrig), nach den einhäusigen Pflanzen, im Gegensatz zum (meist) zweihäusigen Stechenden Mäusedorn, Ruscus aculeatus L.
Mit dem Klettermäusedorn gibt es eine hervorragende Zimmerpflanze für den schattigen bis halbschattigen Standort.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Semele androgyna. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ruscus-androgyna.html am Tg.Mo.Jahr.