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Sideritis canariensis L.
Kanarisches Gliedkraut, Labiateae - Lippenblütler
Frühlingblüher, IV–VII, 50–200 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Sideritis canariensis ist endemisch auf den kanarischen Inseln, wo die Pflanzen bevorzugt in den Nebelwäldern an Wegrändern oder Pfaden und in humusreichen Felshabitaten auf 300–1.200 m über Meereshöhe vorkommen.

Es sind immergrüne, gelbfilzige, niederliegende bis aufrechte, stark verzweigende Sträucher. Junge Stängel sind dicht gelbflaumig bis grau-weiß; ältere Stängel sind holzig, graubraun mit stark rissiger Rinde. Die Laubblätter sind filzig gestielt, eiförmig-lanzettlich, bis 20 cm lang, oberseits olivgrün und behaart, unterseits gelblich-grün und filzig, randständig gekerbt und am Grund herzförmig bis abgerundet.

Die Blütenstände sind aufsteigend bis aufrecht und bestehen aus mehreren, weit auseinander stehenden, vielblütigen, fast kugeligen Scheinquirlen; die Hochblätter sind eiförmig, sitzend oder kurz gestielt; die 3 Nebenblätter pro Blüte sind linear; die Kelche sind röhrenförmig, zurückgebogen, außen behaart und innen kahl, mit 3-eckigen Zähnen; die Kronen sind weiß, später mit rotbraunem Saum. Später bilden sich winzige, schwarze bis dunkelbraune Samen.


Abb. 1 Etwa 2 m hoher Strauch der Sideritis canariensis im Lorbeerwald oberhalb von Erjos auf Teneriffa, 13.04.2009, 1.002 m, 28° 19' 36 N 16° 48' 47 W
Abb. 2 Blütenstände der Sideritis canariensis in der Anthese. Lorbeerwald oberhalb von Erjos auf Teneriffa, 13.04.2009, 1.002 m, 28° 19' 36 N 16° 48' 47 W


Der Gattungsname Sideritis L. stammt von gr. "sideros" (= Eisen), zu gr. "sideritis" (= Eisenkraut), möglicherweise als Referenz auf die braun gerandeten Kronen vieler Arten; es bleibt allerdings unklar, ob in der Antike nicht noch andere Arten darunter verstanden wurden. Das Epitheton canariensis verweist auf den Naturstandort.

In Mitteleuropa gibt es kaum Berichte eines langfristig erfolgreichen Anbaus der Sideritis canariensis. Die Winterhärte ist mithin nicht bekannt; in dem Sinne sollte die Kübelhaltung bevorzugt werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Sideritis canariensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sideritis-canariensis.html am Tg.Mo.Jahr.